Nach rassistischem Shitstorm Regisseur des Coca-Cola-Spots meldet sich zu Wort

Donnerstag, 06. Februar 2014
Das schwule Pärchen in dem Coca-Cola-Spot zum Super Bowl (Foto: Screenshot)
Das schwule Pärchen in dem Coca-Cola-Spot zum Super Bowl (Foto: Screenshot)

Es war ein echter Shitstorm, den der Super-Bowl-Spot "It's Beautiful" von Coca-Cola unter US-Amerikanern im Netz ausgelöst hat. Und das alles nur, weil darin das patriotische Lied "America, The Beautiful" in verschiedenen Sprachen vorgetragen wird und ein schwules Paar zu sehen ist. Jetzt hat sich John Hillcoat, der Regisseur des umstrittenen Commercials, zu Wort gemeldet und zeigt sich einigermaßen überrascht von dem Wirbel. "Solch eine gewaltige Resonanz habe ich nicht erwartet", so Hillcoat laut einer offiziellen Mitteilung seiner Produktionsfirma Skunk. "Wir wussten alle, dass es diese Art der Intoleranz da draußen gibt, aber mir war nicht klar, wie tief verwurzelt sie ist. Es scheint, als sei die Spaltung in Amerika nie größer gewesen."

Klare Worte von Hillcoat, der seine Inszenierung mit der gesellschaftlichen Konstitution und den vielen ethnischen Gruppierungen in den USA begründet: "Ich wollte mit dem amerikanischen Klischeemotiv des weißen Cowboys beginnen, das dem Publikum sehr vertraut ist. Dann schließen die Native Americans an, gefolgt von anderen wichtigen Kulturen innerhalb der amerikanischen Grenzen. Wir wollten sicherstellen, dass sich eine gute Balance durch den Spot zieht." Das umstrittene schwule Paar als repräsentatives Element hat Hillcoat laut eigener Aussage eingefügt, weil es zu der Tatsache passe, dass Katherine Lee Bates, die "America, The Beautiful" 1893 geschrieben hat, selbst lesbisch war.

Trotz der negativen Resonanz wird die von Wieden + Kennedy in Portland entwickelte Arbeit aber keineswegs von der Bildfläche verschwinden. Während der morgen beginnenden Olympischen Winterspiele soll gar eine verlängerte, 90-sekündige Version des Spots on air gehen. tt

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