Misereor-Kampagne Kolle Rebbe porträtiert afrikanische Start-ups

Mittwoch, 09. Dezember 2015
Impression aus Burkina Faso
Impression aus Burkina Faso
Foto: Kolle Rebbe / Klaus Mellenthin

Nach der letzten großen Kampagne "Mut ist..." sowie der Erfolgsarbeit "Social Swipe" hat man von Misereor lange nichts mehr gehört. Nun haben die kreativste Marke des Jahres 2014 und ihre Kreativagentur Kolle Rebbe den Startschuss für den nächsten großen Aufschlag gegeben. Bei dem neuen Auftritt für die Hilfsorganisation hat die Hamburger Agentur allerdings eine völlig andere Herangehensweise gewählt.
Nach dem zuletzt spielerischen Ansatz hat sich das Team um Kreativgeschäftsführer Stefan Wübbe diesmal für einen dokumentarischen entschieden, der konkret die Früchte der Arbeit von Misereor beleuchtet. Im Mittelpunkt der Video-Porträts stehen Menschen und ihre "Start-ups".
Den Auftakt der langfristig angelegten Kampagne mit dem Claim "Die Welt ist voller guter Ideen! Lass Sie wachsen" macht ein vierminütiger Online-Spot mit dem Titel "Zwiebelrevolution" (Regie: Wendla Nölle). Dieser erzählt die Geschichte der Kleinbauerin Aminata Compaoré aus Burkina Faso. Sie steht stellvertretend für über 53.000 Bauern, die in dem afrikanischen Land zusammen mit Misereor Methoden für eine ertragreichere Landwirtschaft entwickelt haben.

Militärputsch wirbelt Dreharbeiten durcheinander

"Die Kampagne erzählt nicht von bedürftigen Menschen, sondern lässt schlaue, tatkräftige Menschen selbst erzählen", erklärt Rolf Leger, ECD bei Kolle Rebbe. Sie stelle nicht die Probleme in den Fokus, sondern die Zukunftsperspektiven. Leger: "Eigentlich ist das ein Paradigmenwechsel im Spendenmarkt: Es geht nicht darum, Elend wegzuspenden, sondern Kreativität und Tatkraft zu unterstützen. Das ist ein komplett anderes Menschenbild."

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Das Maßnahmenpaket umfasst Plakat, Social Media sowie Printanzeigen. Im Januar wird die Kampagne um ein Video über ein Projekt im brasilianischen Belo Horizonte ergänzt. Im Laufe des Jahres sollen zwei weitere dazukommen. "Mit der neuen Kampagne möchten wir die Bekanntheit von Misereor weiter stärken, über die nachhaltige Wirkung unserer Projekte informieren und somit letztlich noch mehr Menschen helfen", erklärt Misereor-Referentin Christine Reimers.

Die Dreharbeiten im September in Burkina Faso stellten für das Kreativteam und den Fotografen Klaus Mellenthin noch aus einem anderen Grund etwas Besonderes dar: Ein Militärputsch verlängerte ihren Aufenthalt ungewollt um einige Tage. Alle Grenzen des Landes waren geschlossen, der Luftverkehr eingestellt, eine Ausgangssperre verhängt. Die Stimmung in der Hauptstadt Ouagadougou sei gespenstisch gewesen, die Straßen menschenleer, erzählt Kreativdirektor Tobias Fritschen.

Die Kreativen entschieden sich zur Flucht über den Landweg. Mit Hilfe von Misereor und Partnerorganisationen sind sie mit dem Jeep an die Grenze zum Niger gefahren, haben dort mit dem Kardinal von Ouagadougou die Fahrzeuge gewechselt und schließlich am nächsten Tag per Flugzeug das Land verlassen. jeb
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