Mindshare Studie Wie Marketer Wearables nutzen können

Montag, 27. Juli 2015
Daten im Schlaf durch Wearables
Daten im Schlaf durch Wearables
Foto: Mindshare
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Wearable Mindshare Timucin Güzey Michaela Ihlefeld


Fitness Tracking und einfaches, schnelles Bezahlen – das sind die wichtigsten Features, die sich die Konsumenten von Wearables erwarten. Zu diesem Ergebnis kommt SHIFT 2015, eine aktuelle Studie der Mediaagentur Mindshare und des Goldsmiths College der University of London. Die Untersuchung zeigt auch, wie Wearables sich fürs Marketing nutzen lassen.
Für die Studie haben die Forscher nicht nur 841 britische Smartphone-Nutzer befragt, es wurden 14 „Durchschnittsengländer“ im Alter von 16 bis 40 Jahren angeworben, die vier Wochen förmlich in der Welt der Wearables leben sollten. Experteninterviews ergänzen die Untersuchung. Indem die Versuchspersonen Smartwatches, Fitnessbänder, Herzmonitore, Wearable Kameras und  Smart-Ringe 24 Stunden pro Tag nach Lust und Laune ausprobieren konnten, gelang es dem Forschungsteam, potenzielle Nutzungsoptionen und Bedürfnisse zu identifizieren. Das Bedürfnis, das bei den Konsumenten derzeit am stärksten ausgeprägt ist, klassifizierten die Forscher als „Flow“. Dahinter steht die Frage: Wie kann das Wearable mein Leben verbessern? So interessierte sich über ein Drittel der Befragten dafür, über das Gerät Produkte zu bestellen, ohne lange in der Schlange stehen zu müssen. 38 Prozent begeisterten sich für die Möglichkeit, zuhause die Heizung oder das Licht darüber zu steuern. 29 Prozent würden gerne ein Wearable tragen, das die Autotür öffnen kann.

„Mit den Wearables startet Mobile in eine neue Dimension. Statt aber immer nur darüber zu reden, wollten wir den neuen Hype mit wissenschaftlich belegten Erkenntnissen möglichst früh anwendbar machen. In der Studie konnten wir zahlreiche Optionen herausarbeiten, wie Marken über personalisierte Werbekonzepte die Nutzererfahrung wirkungsvoll steigern können“, erklärt Timucin Güzey, CDO Mindshare Germany.
„Statt immer nur darüber zu reden, wollten wir den neuen Hype mit wissenschaftlich belegten Erkenntnissen möglichst früh anwendbar machen.“
Timucin Güzey
Dazu gehören Push-Benachrichtigungen direkt auf das Wearable, also  Angebote oder Promotions, die über Geo-Daten und die bisher gesammelten Daten ausgesteuert werden. Eine weitere Möglichkeit sei, so die Studie, Konsumenten als Ergebnis einer Suchanfrage Informationen im Stil der Such-Ergebnisse einzublenden. Wearables lassen sich aber auch nutzen, um Events emotional zu begleiten. So können beispielsweise Sponsoren von Sport-Veranstaltungen über die Devices, die das Publikum trägt, die „Erregungskurven“ messen und die Ergebnisse auf einer Leinwand im Stadion oder Online zeigen –und damit die Begeisterung der Zuschauer noch etwas steigern.

Spannend  findet Mindshare-COO Michaela Ihlefeld, aber vor allen Dingen die Daten:  "Im Augenblick arbeiten Marketer und Agenturen mit mehr oder weniger bewusst hinterlassenen Informationen, gewonnen aus dem  Surfverhalten, Uploads, Downloads, Social Media Verhalten, mobilen Bewegungsdaten. Durch die Wearables kommt nun ein deutlicher Mehrwert durch unbewusst hinterlassene Daten hinzu, wie Herzfrequenz, Hautwiderstand, Aufregung, Blickrichtung, tägliche mobile Abläufe einer Person."  Wearable-Daten könnten zudem aggregiert genutzt werden, um das Targeting und die Content-Auslieferung auf anderen digitalen Plattformen zu verbessern. vg

Die Studie zum Download gibt es bei Mindshare. In der Ausgabe 30 von HORIZONT erzählen Michaela Ihlefeld und Timucin Güzey zudem mehr zum Hintergrund der Studie und zur Digitalstrategie von Mindshare.Die Wochenzeitung kann auch auf  Tablets oder - nach einmaliger Registrierung - als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonnenten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.
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