Milliarden-Pitch Microsoft stellt Agenturbeziehungen auf den Prüfstand

Dienstag, 14. Januar 2014
Microsoft plant offenbar einen Mega-Pitch
Microsoft plant offenbar einen Mega-Pitch

Microsoft steht offenbar vor einer Neuordnung seiner Agenturbeziehungen. Wie das US-Magazin "Adage" unter Berufung auf Insider berichtet, bereitet der Softwareriese einen weltweiten Agenturpitch vor. Dem Vernehmen nach werden neue Dienstleister für Kreation, Media und Digital gesucht. Allein in den USA soll es um einen Milliardenetat gehen.
Dem Bericht zufolge sollen Mark Penn und Tami Reller, die Chefs der 2013 von Microsoft ins Leben gerufenen zentralen Marketing Group, eine Holding-Lösung bevorzugen. Hintergrund ist, dass sich Microsoft von dem Pitch - wie üblich - unter anderem Einsparungen erhofft. Auch die Einkaufsabteilung soll bei der Ausschreibung ein Wörtchen mitzureden haben. Microsoft hat 2013 allein in den USA 1,3 Milliarden US-Dollar ins Marketing gesteckt. Auch in Deutschland geht es um richtig viel Geld. Laut einer Auswertung von Nielsen, die HORIZONT.NET vorliegt, hat Microsoft hierzulande von Januar bis November 2013 rund 175 Millionen Euro in Werbung investiert - ein Plus von 167 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bislang arbeitet Microsoft mit einer ganzen Reihe von Agenturen aus unterschiedlichen Networks zusammen. Im Bereich digitale Kreation etwa ist die Publicis-Tochter Razorfish dick im Geschäft, die WPP-Agenturen Wunderman und JWT (unter anderem China, Lateinamerika) gehören ebenfalls seit Jahren zum Agenturpool des Softwareriesen - genau wie Crispin Porter + Bogusky. Die renommierte Kreativschmiede der kanadischen Holding MDC Partners hat unter anderem die weltweite Werbekampagne für Windows 8 und Surface entwickelt (siehe Spots oben). In Deutschland ist im Mediageschäft die Interpublic-Tochter Universal McCann am Ruder. Um die Adaption kümmert sich in der Regel Wunderman.

Dass "Adage" mit WPP und Publicis Groupe nun ausgerechnet jene Holdings als wahrscheinliche Pitchteilnehmer nennt, die bereits für Microsoft tätig sind, ist daher keine Überraschung. Auch der Interpublic Group werden aus demselben Grund gute Chancen eingeräumt. Omnicom dagegen kann sich wegen der langjährigen Verbindung seiner Kreativagentur TBWA/Media Arts Lab zum Wettbewerber Apple wohl nur geringe Chancen ausrechnen. Wie sich die geplante Fusion von Omnicom mit Publicis auswirkt, bleibt abzuwarten.

Microsoft selbst hat sich bislang zu dem Thema nur vage geäußert. Adage zitiert eine Sprecherin mit der Standard-Floskel, dass Microsoft regelmäßig seinen Agentur-Mix überprüfe, um den bestmöglichen Service sicherzustellen. Eine Sprecherin von Microsoft Deutschland wollte sich gegenüber HORIZONT.NET zu dem Thema derzeit nicht äußern. mas
Meist gelesen
stats