Milliarden-Deal in Japan Bain Capital will ADK kaufen - WPP hält Angebot für zu niedrig

Mittwoch, 04. Oktober 2017
ADK-Chef Shinishi Ueno will an Bain Capital verkaufen
ADK-Chef Shinishi Ueno will an Bain Capital verkaufen
© ADK

Im japanischen Agenturmarkt zeichnet sich ein Mega-Deal ab. Der US-Finanzinvestor Bain Capital will die Agenturgruppe Asatsu-DK (ADK) kaufen - für umgerechnet 1,1 Milliarden Euro. ADK ist mit einem Marktanteil von 7 Prozent die drittgrößte Agenturgruppe in Japan. Das Management des Unternehmens unterstützt das Angebot von Bain.
Das gilt aber offenbar nicht für den Minderheitsgesellschafter WPP. Die weltgrößte Werbeholding hält 24,96 Prozent an der japanischen Agentur. Umgekehrt ist ADK mit 2,42 Prozent an WPP beteiligt. Der von CEO Martin Sorrell geführte Konzern will sich auf Anfrage nicht zum Thema äußern. Aus mit dem Thema vertrauten Kreisen ist aber zu hören, dass WPP das derzeitige Angebot für zu niedrig hält und ablehnt. Bain bietet 3.660 Yen (27 Euro) pro Anteilsschein, was einem Aufschlag von rund 15 Prozent auf den Aktienkurs von Montag dieser Woche entspricht.
ADK und WPP sind seit 1998 miteinander verbunden. Die britische Holding erhoffte sich von der Beteiligung einen besseren Zugang zum stark von einheimischen Anbietern dominierten japanischen Werbemarkt. ADK ist dort hinter Dentsu und Hakuhodo die Nummer 3. Jetzt wollen die Japaner die Verbindung offenbar beenden. Das Management unterstützt jedenfalls ausdrücklich das Angebot von Bain. "Unsere Zusammenarbeit hat in den ersten Jahren positive Ergebnisse gebracht, hat danach aber eine weniger wichtige Rolle für die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens gespielt und auch keinen wesentlichen Beitrag zum Ertrag geleistet", sagt ADK-Chef Shinichi Ueno in einer offiziellen Mitteilung in Bezug auf WPP.

Von dem Verkauf an Bain erhofft er sich offenbar einen größeren Spielraum. Sollte die Akquisition zustande kommen, plant der neue Eigentümer, die Agenturgruppe von der Börse zu nehmen. Bain will mit seinem Übernahmeangebot mindestens 50,1 Prozent der Aktien einsammeln. Das ist ein für solche Transktionen ungewöhnlich niedriger Wert - und spricht dafür, dass die Verantwortlichen den Deal zur Not auch ohne den WPP-Anteil durchziehen wollen. mam

Update: Auch der ADK-Aktionär Silchester International Investors, der 17,3 Prozent der Anteile hält, lehnt das Angebot von Bain Capital als zu niedrig ab.
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