Mercedes-Benz Network-Pitch auf der Zielgeraden / 2018 wird Media ausgeschrieben

Donnerstag, 30. November 2017
Marketing-Chef Jens Thiemer trifft die Entscheidung über das Network für Mercedes-Benz
Marketing-Chef Jens Thiemer trifft die Entscheidung über das Network für Mercedes-Benz
© Markus Gilliar/Mercedes-Benz

Es ist einer der größten Pitches, die dieses Jahr über die Bühne gehen: Das Auswahlverfahren bei Mercedes-Benz für die Steuerung und Adaption der weltweiten Werbung. Jetzt steht der Prozess kurz vor dem Abschluss. Anfang dieser Woche haben die finalen Präsentationen stattgefunden. Im Rennen sind die Werbeholdings Omnicom, WPP und Publicis. Laut einer Daimler-Sprecherin ist mit der Entscheidung allerdings nicht vor Anfang 2018 zu rechnen.
Das Mandat umfasst die Network-Betreung des Stuttgarter Autobauers in rund 40 Märkten. Aktuell ist die Omnicom-Tochter BBDO für diese Aufgabe zuständig. Für deren Holding hat die Entscheidung, ob der Etat weiter in der Gruppe bleibt, große Bedeutung. Schließlich steuert BBDO nicht nur die Umsetzung, sondern ist Leadagentur im wichtigen chinesischen Markt. Der ebenfalls zentrale US-Markt wird von der Agentur Merkley + Partners betreut, die ebenfalls zu Omnicom gehört. Sollte der Adaptionsauftrag verloren gehen, könnte sich das perspektivisch auch auf die anderen Mandate auswirken, zumal Marketingchef Jens Thiemer nachgesagt wird, ein Freund stärkerer Zentralisierung zu sein.
Auch im Hinblick auf die europäische Leadagentur Antoni in Berlin ist die bevorstehende Etatvergabe von Interesse. So könnte es eine Option sein, dass die offiziell Mitte 2015 von Tonio Kröger und André Kemper gestartete Firma früher oder später an die Werbeholding verkauft wird, die weltweit mit dem Kunden Mercedes-Benz zusammenarbeitet. Welche Gruppe die besten Karten auf den Steuerungs- und Adaptionsetat hat, kann nur spekuliert werden. Fest steht, dass sowohl Omnicom als auch WPP und Publicis alles aufgefahren haben, was sie zur Verfügung haben.

Alle drei Anbieter machen bereits relevantes Geschäft mit dem Autobauer. Das gilt nicht zuletzt für den Media-Bereich. Die Omnicom-Tochter OMD betreut den US-Markt, WPP kümmert sich unter anderem um China. Den europäischen Markt betreut seit 2014 die eigens für den Autokunden etablierte Publicis-Tochter Fuel. Deren Vertrag läuft bis Ende 2018. Wie eine Daimler-Sprecherin bestätigt, steht hier im kommenden Jahr eine Überprüfung an.

Ob das auch für die anderen Regionen gilt, ist aktuell nicht bekannt. Es wäre aber nicht ungewöhnlich, wenn vor allem im Media-Bereich eine stärkere Bündelung und Zentralisierung angestrebt wird, um Kosteneffekte zu erzielen. Zuletzt hatte PSA den Mediaetat für seine neue Tochtermarke Opel bei der bereits für die anderen Konzernmarken tätigen Group-M-Tochter Mediacom gebündelt. mam
HORIZONT Newsletter Kreation Newsletter

Die besten Kampagnen des Tages

 


Meist gelesen
stats