Mercedes-Agenturchef Tonio Kröger attestiert deutschen Agenturen "zu wenig gute Berater und Strategen“

Dienstag, 12. Mai 2015
Tonio Kröger mahnt bessere Qualität bei Beratung und Strategie in Agenturen an
Tonio Kröger mahnt bessere Qualität bei Beratung und Strategie in Agenturen an
Foto: DDB

Der Chef der neuen Mercedes-Agentur Tonio Kröger kritisiert das Niveau von Beratung und Strategie in der hiesigen Werbelandschaft. "Wir haben in diesen Bereichen ein Defizit in Deutschland", sagte der frühere DDB- und Mercedes-Manager am Montag bei einer Veranstaltung der Commclubs Bayern und der Nachwuchsschmiede U5 in München. In anderen Märkten, beispielsweise in Großbritannien, seien Strategie und Beratung auf einem höheren Level, so Kröger.
Von guten Beratern erwartet der 50-Jährige beispielsweise nicht nur Werbe- und Marketingkompetenz, sondern genaue Kenntnis darüber, was auf den Märkten ihrer Kunden passiert. "Ansonsten kann man kein guter Berater sein", findet Kröger. Das Gleiche gelte für Top-Kreative. Auch diese müssten ein Verständnis für den gesamtwirtschaftlichen Kontext und die spezifischen Probleme ihrer Kunden haben. Nur dann könne Kommunikation ihrer eigentlichen Aufgabe gerecht werden, für Markierung und Differenzierung von Produkten zu sorgen - insbesondere in einem Zeitalter, in dem die eigentlichen Produktvorteile immer schwerer erkennbar seien. Nichts Neues hatte Kröger indes von seiner im Aufbau befindlichen Agentur Antoni zu berichten. Der Co-Gründer hatte allerdings schon im Vorfeld deutlich gemacht, dass er sich diesbezüglich in Schweigen hüllen werde. Nur so viel: Aktuell habe man 42 Mitarbeiter an Bord. Das Kernteam wird sich in den kommenden Wochen bei Mercedes-Benz vorstellen und erste Aufgaben übernehmen. Offiziell startet die Berliner Agentur am 1. Juli. Zuletzt hatte Antoni mehrere Personalien bekanntgegeben.

Immer noch unklar ist dagegen, wann Co-Chef André Kemper hinzustößt. Er steht nach wie vor bei der Commarco-Holding unter Vertrag und betreut dort den Autobauer Opel. Dessen Marketingvorstand Tina Müller hatte vor einigen Wochen öffentlich erklärt, dass Kemper noch für die Entwicklung der neuen Astra-Kampagne gebraucht werde und dann wechseln könne – also voraussichtlich im Spätsommer oder Herbst dieses Jahres. Commarco, wo Kemper offiziell noch bis April 2016 gebunden ist, will sich weiterhin nicht zum Thema äußern. mam
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