Medienbericht Jung von Matt macht die CDU-Werbung

Freitag, 11. November 2016
Angela Merkel holt offenbar Jung von Matt an Bord
Angela Merkel holt offenbar Jung von Matt an Bord
Foto: VDZ

Lange Zeit war unklar, mit welcher Werbeagentur die CDU in den kommenden Bundestagswahlkampf zieht. Erst musste die Frage geklärt werden, ob Bundeskanzlerin Angela Merkel noch einmal als Parteivorsitzende und damit wohl auch als Spitzenkandidatin ihrer Partei antritt. Jetzt scheinen zumindest die Würfel gefallen zu sein, welche Agentur den Zuschlag erhält.

Spiegel Online berichtet, dass sich Kanzlerin Merkel persönlich für eine Zusammenarbeit mit Jung von Matt entschieden hat. Das wäre ein Indiz dafür, dass sie selbst noch mal ins Rennen geht. Das wird von den meisten politischen Beobachtern ohnehin so erwartet. An dem Pitch, der vor mehreren Wochen über die Bühne ging, hatte neben Jung von Matt auch ein Commarco-Team um Lutz Meyer - der den letzten Bundestagswahlkampf mit der Agentur Blumberry begleitet hat - sowie eine weitere Agentur teilgenommen.

Von der CDU ist bislang keine Bestätigung zu bekommen, bei Jung von Matt heißt es auf Anfrage "kein Kommentar". Die Zurückhaltung dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass es wohl noch keinen unterschriebenen Vertrag gibt.

Das legendäre Sixt-Motiv mit Angela Merkel wurde damals von Jung von Matt entwickelt
Das legendäre Sixt-Motiv mit Angela Merkel wurde damals von Jung von Matt entwickelt (Bild: Sixt)
Jung von Matt hatte bislang den Grundsatz, nicht für politische Parteien zu werben. Die einzige Erfahrung, die die Agentur in diesem Bereich hat, ist das von Co-Gründer Jean-Remy von Matt entwickelte Plakat "Der nächste Kanzler muss ein Niedersachse sein" vor der ersten Kandidatur Gerhard Schröders. Angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Zuspitzung hat sich die Agenturführung nun aber entschlossen, von ihrem Grundsatz abzuweichen. Man wolle dabei mithelfen, die Manipulation und Gefährdung der Demokratie abzuwehren, die in ihrem Inneren lauere, so die interne Begründung der Agenturchefs für das Engagement.

Dem Vernehmen nach kümmert sich neben Co-Gründer von Matt Vorstand Thomas Strerath um das Mandat. Eine Option könnte sein, den Kunden CDU aus Berlin heraus zu betreuen. Dort hat die Agentur mit JvM/Havel zuletzt ein zweites Büro neben der bestehenden Einheit JvM/Spree gegründet. Mit Merkel hatte Jung von Matt in der Vergangenheit schon mal Berührung - allerdings nur indirekt: Bei dem legendären Cabrio-Motiv für Sixt.

Unterdessen muss sich die SPD wohl nach einem neuen Agenturpartner umsehen. Einem Bericht ebenfalls von Spiegel Online zufolge hat der langjährige Betreuer Frank Stauss von der Agentur Butter den Sozialdemokraten eine Absage für den kommenden Bundestagswahlkampf erteilt. Eine Anfrage an die SPD blieb bislang unbeantwortet. Auch Stauss schweigt sich zu diesem Thema aus. mam     

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