Mediacom Noch ein Geschäftsführer weniger - Strategiechef Fabian Kietzmann geht

Donnerstag, 17. August 2017
Das Mediacom-Team verliert einen weiteren Geschäftsführer
Das Mediacom-Team verliert einen weiteren Geschäftsführer
© Mediacom

Die Geschäftsführung von Mediacom dezimiert sich weiter. Nach dem Abgang von Finanzchef Olaf Peters und Chief Investment Officer Claus Bröckers verlässt nun auch Strategiechef Fabian Kietzmann das Top-Management der Group-M-Tochter. Das bestätigt CEO Tino Krause auf Anfrage. Die Aufgaben von Kietzmann sollen, wie schon im Fall von Bröckers, auf das verbleibende Führungsteam verteilt werden.
Der Gruppe bleibt Kietzmann trotz seines Ausstiegs aus der Mediacom-Geschäftsführung aber wohl erhalten. Er soll sich laut Krause der neuen Beratungseinheit anschließen, die der ehemalige CEO Paul Remitz derzeit aufbaut. Manche Beobachter werten den neuerlichen Abgang als Hinweis auf eine Lagerbildung innerhalb der bisherigen Führung. Nach dieser Lesart sollen nicht alle Manager zufrieden sein mit der Neuausrichtung von Mediacom, die sich unter anderem an der Inthronisierung eines neuen Chefs zeigt, der für mehr Transparenz und Offenheit des Marktführers sorgen will.
Krause hingegen weist zurück, dass die Abgänge etwas mit seiner Person zu tun haben. Die entsprechenden Entscheidungen seien weit vor seiner Berufung gefallen, würden allerdings erst jetzt sichtbar. Er selbst hatte bei seinem Amtsantritt im Juli erklärt, dass er nicht vorhabe, das Management umzubauen. Inwieweit ihm die jetzigen Kündigungen zupass kommen, ist nicht bekannt. Neu besetzen will Krause die jeweiligen Positionen jedenfalls nicht, sondern die Aufgaben unter den verbleibenden Kollegen verteilen. Ausnahme ist der CFO-Posten, hier hat Group-M-Manager Marcus Andriessen das Ruder übernommen.

Was auch immer zu den aktuellen Abgängen geführt hat, bei der Muttergesellschaft ist man bemüht, einen anderen Managertypus in die erste Reihe zu stellen - offener, moderner, anfassbarer. Dabei fällt auf, dass zuletzt nie eine Führungskraft von Marktführer Mediacom bei der Neubesetzung von Top-Positionen im deutschen Group-M-Verbund zum Zug kam. Auch für den Chefposten bei der fusionierten Agentur aus MEC und Maxus gilt niemand aus diesem Kreis als Kandidat. Vielmehr werden hier Sebastian Hupf, zuletzt bei Mindshare aktiv und aktuell bei Group M geparkt, die besten Chancen eingeräumt. Ein weiterer Kandidat könnte Maxus-Chef Christian Leipacher sein.

Zuletzt war bekannt geworden, dass es bei der neuen Agentur keine regionalen Managementstrukturen geben soll, also auch keinen eigenen Europachef. Stattdessen sollen die wichtigsten Märkte, darunter auch Deutschland, direkt an die Firmenzentrale in New York berichten. Was das für den ehemaligen deutschen Group-M-Chef Matthias Brüll heißt, dem gute Chancen nachgesagt wurden, Europachef von MEC/Maxus zu werden, ist nicht bekannt. mam
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