Mediaagenturen Neo@Ogilvy dockt bei Mindshare an

Freitag, 16. Juni 2017
Neo@Ogilvy-Chef Marc Czesnik
Neo@Ogilvy-Chef Marc Czesnik
Foto: Ogilvy & Mather
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Nächste Umbaumaßnahme im Hause WPP: Die Digital-Tochter Neo@Ogilvy findet eine neue Heimat und wechselt nach HORIZONT-Informationen von Ogilvy zur Konzernschwester Mindshare. 

Neo@Ogilvy ist eine weltweit agierende Agentur für Performance Marketing, Media, Search sowie Programmatic und beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter. In Deutschland sorgte die Düsseldorfer Dependance zuletzt im Februar mit dem Gewinn des Search-Etats von Aldi Süd für Schlagzeilen. Wichtigster Kunde war lange Zeit IBM.

Was steckt hinter dem Wechsel?

Neo@Ogilvy ist durchaus erfolgreich, stieß zuletzt allerdings wohl an Grenzen. Grund: Für einen Spezialisten für Performance Marketing ist der Zugriff auf Daten, Technologie und Einkaufsmacht zunehmend von zentraler Bedeutung. All das kann eine Mediaagentur als Muttergesellschaft natürlich sehr viel besser bereitstellen als eine Werbeagentur. Insofern ist Mindshare gewissermaßen der „natürlichere“ Bündnispartner. Die Synergiepotenziale liegen auf der Hand - zumal es im Hintergrund ja auch noch das Media-Network Group M gibt, das massiv in IT-Systeme investiert.

Was bringt der Deal für Mindshare?

Mindshare baut gerade mit Macht den Bereich Performance Marketing aus, international  gibt es neuerdings eine eigene Unit Mindshare Performance Group. Im Zentrum steht das Projekt FAST: Future Adaptive Specialist Team. Mit Gowthaman Ragothaman gibt es dafür sogar einen eigenen Global CEO - anders als in Deutschland, wo FAST als integraler Bestandteil der Agentur von CEO Katja Brandt mit verantwortet wird.

Was sind die nächsten Schritte?

Wie es konkret weitergeht, ist noch offen - die Entscheidung, Neo@Ogilvy bei Mindshare anzudocken, wurde erst heute intern verkündet. Eine der Fragen lautet, ob Neo als eigenständige Agenturmarke erhalten bleibt (wofür einiges spricht). Ein großes Sparprogramm ist wohl nicht geplant. Managing Director von Neo@Ogilvy ist Marc Czesnik - der künftig an Katja Brandt berichten dürfte.

Was bedeutet der Wechsel für das Verhältnis von Ogilvy und Mindshare?

Zunächst dürfte sich nichts groß ändern. Jedoch: WPP-Chef Martin Sorrell setzt bekanntlich stark auf das Prinzip „Horizontality“, also eine engere Zusammenarbeit der Agenturen. Ogilvy und Mindshare sind traditionell eng verbunden, gut möglich, dass man künftig wieder stärker kooperieren wird. Der Trend, neue Agentur Set-Ups zu finden, ist nicht neu - scheint aber aktuell gewaltig an Fahrt zu gewinnen. Auch vor diesem Hintergrund ist der Wechsel von Neo von Ogilvy zu Mindshare bemerkenswert. 

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