Mediaagenturen Blackwood Seven holt sich nächsten Top-Mann von der Konkurrenz

Montag, 17. Juli 2017
Thorsten Stork
Thorsten Stork

Hochkarätiger Neuzugang bei Blackwood Seven (BW7): Thorsten Stork, bisher Managing Director bei der Publics-Media-Agentur Zenith, heuert beim Münchner Agenturschreck an und übernimmt dort zum 1. Oktober den Posten des Vice President Client Services.

Seit dem Start 2015 schneiden sich die Geister an dem deutschen Ableger von Blackwood Seven: Die einen sehen in der Agentur, die mithilfe von künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen und Super-Algorithmen das Werbebusiness aufrollen will, die nächste große Nummer im deutschen Media-Markt - andere halten das Unternehmen, das in Deutschland von Andreas Schwabe angeführt wird, für gnadenlos überschätzt.

Dass mit Stork nun ein bekannte Mediaagentur-Manager die Seiten wechselt, ist zweifellos ein Punkt für die Newcomer-Agentur. Stork führte fast fünf Jahre die Geschäfte des Media-Networks Zenith am Standort München und hatte davor Führungspositionen bei so illustren Agenturen wie Mediaplus und MEC inne. BW7-CEO Schwabe schwärmt in einer Pressemitteilung von dem exzellenten Media-Knowhow und den herausragenden Management-Skills“ des Neuen und gibt gewohnt kämpferisch zu Protokoll: Wir haben uns ambitionierte Ziele gesteckt und bauen unsere Teams weiter so aus, dass wir diese Ziele bestmöglich erreichen können.“ Stork soll sich vor allem um den strategischen Ausbau der Kunden-Etats“ kümmern.

Andreas Schwabe
Bild: Blackwood Seven

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Die Frage, wie erfolgreich BW7 in Deutschland tatsächlich schon ist (oder eben nicht), ist nach wie vor schwer zu beantworten. Dem Vernehmen nach sind die Münchner in den Mega-Pitches von LOreal und Telekom vertreten - was schon mal ein klares Zeichen wäre, wie respektiert man inzwischen bei den Kunden ist.

Was im Moment die Branche aber vor allem interessiert, ist die Frage, wie es denn mit den bereits gewonnenen Kunden VW und - in deutlich kleinerem Rahmen - Reckitt Benckiser läuft. Für beide Unternehmen hat BW7 bereits Mediapläne erstellt, die zum Teil auch schon umgesetzt wurden. Über die Ergebnisse ist noch nichts bekannt. Davon aber hängt die Zukunft von BW7 maßgeblich ab. Sind VW und Reckitt Benckiser nun zufrieden mit der Performance und übertragen dem Newcomer mehr Verantwortung oder nicht? Irgendwann - und zwar eher bald als irgendwann - wird Schwabe diese Frage beantworten müssen.

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Bild: Telekom

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Immerhin: In den letzten Monate sorgte BW7 auch in den USA für einige (positive) Schlagzeilen, die internationale Expansion schreitet also voran. Wie hierzulande setzt man auch in Nordamerika unter anderem darauf, bekannte Leute von etablierten Mediaagenturen abzuwerben. Jüngste Neuzugänge sind Nick Stoltz und Stanlei Bellan, der zuvor bei der Group-M-Agentur MEC und bei Ogilvy unter Vertrag war. js

 

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