Media-Affäre Aleksander Ruzicka wird erneut angeklagt

Mittwoch, 04. Dezember 2013
Neue Anklage gegen Aleksander Ruzicka (Foto: Aegis Media)
Neue Anklage gegen Aleksander Ruzicka (Foto: Aegis Media)

Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden hat erneut Anklage gegen den früheren Chef der Mediaagenturgruppe Aegis Media Aleksander Ruzicka erhoben. Das erklärt Oberstaatsanwalt Hartmut Ferse auf Nachfrage von HORIZONT.NET und bestätigt damit einen Bericht aus dem "Wiesbadener Kurier". Die Ermittlungsbehörde wirft dem früheren Media-Manager versuchten Prozessbetrug vor. Er soll versucht haben, mit gefälschten Unterlagen eine Abfindung in Höhe von 94 Millionen Euro bei seinem ehemaligen Arbeitgeber einzuklagen. Die erneute Anklage ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund interessant, dass Ruzicka damit vorerst kaum Chancen auf Hafterleichterung geschweige denn auf eine vorzeitige Entlassung haben dürfte.

Der 52-Jährige sitzt seit Ende 2006 im Gefängnis - zunächst in Untersuchungs-, seit 2009 in Strafhaft. Das Wiesbadener Landgericht sah es seinerzeit als erwiesen an, dass Ruzicka insgesamt 35 Millionen Euro veruntreut hatte und verhängte eine Freiheitsstrafe von elf Jahren und drei Monaten.

Auf die neuerliche Anklage hin hat das Amtsgericht Wiesbaden laut Auskunft von Oberstaatsanwalt Ferse bereits einen Haftbefehl erlassen. Die Ermittler sehen Fluchtgefahr. Damit ist Ruzicka der Weg in den offenen Vollzug verbaut. Im nächsten Schritt muss das Gericht entscheiden, ob es ein Hauptverfahren eröffnet. Mit einem entsprechenden Beschluss ist nicht mehr in diesem Jahr zu rechnen. mam
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