McCann Deutschland Sebastian Hardieck wird neuer Kreativchef

Donnerstag, 01. Juni 2017
McCann-CEO Ruber Iglesias (r.) mit seinem neuen Kreativpartner Sebastian Hardieck
McCann-CEO Ruber Iglesias (r.) mit seinem neuen Kreativpartner Sebastian Hardieck
Foto: McCann Worldgroup Germany

Lange hat die Suche nach einem neuen Chief Creative Officer für die McCann Worldgroup Deutschland nicht gedauert. Nur zwei Wochen nachdem überraschend bekannt gegeben wurde, dass die bisherige Kreativchefin Elke Klinkhammer geht, steht der Nachfolger bereits in den Startlöchern: Sebastian Hardieck übernimmt die vakante Position.

Er kommt von Thjnk Berlin, wo er seit 2015 als Co-Kreativgeschäftsführer neben Stefan Schulte tätig war. ADC-Mitglied Hardieck gehört zu den am meisten ausgezeichneten Kreativen Deutschlands. Er hat über 500 Auszeichnungen gewonnen, darunter 33 Cannes-Löwen. Nun soll er die kreative Reputation von McCann schärfen, was zweifellos eine große Herausforderung ist: Dieses Jahr spielt McCann im Kreativradar, mit dem HORIZONT kontinuierlich die kreative Performance der deutschen Agenturen misst, aktuell noch keine Rolle. Auch 2016 ging die Gruppe um CEO Ruber Iglesias bei den relevanten Award-Shows leer aus. 


Hardieck tritt seinen neuen Job sofort an. Zu seinen Aufgaben gehört die Vernetzung der drei McCann-Worldgroup-Agenturen mit dem Ziel, sichtbare kreative Kampagnen für die Kunden zu realisieren. Der 43-Jährige begann seine Karriere als Texter in Südafrika. Zu seinen wichtigsten Stationen zählen Hamburger Kreativ-Adressen wie Jung von Matt und Kolle Rebbe, wo er vielfach ausgezeichnete zeitlose Kampagnen für Afri Cola, Cinemaxx, Sixt und Audi kreierte. Im Alter von 26 Jahren war er einer der jüngsten Creative Directors Deutschlands. Vor seinem Wechsel zu Thjnk war er elf Jahre lang bei BBDO Düsseldorf tätig.

Sowohl bei BBDO als auch später bei Thjnk wirkte Hardieck stets "nur" als Kreativer in der 2. Reihe. Bei BBDO arbeitete er unter CCO Wolfgang Schneider, bei Thjnk ist Armin Jochum der kreative Lenker der Gruppe. Entsprechend motivierend könnte das Angebot von McCann für ihn gewesen sein. Hier hat er es nun allein in der Hand, eine Marke, die in Deutschland nicht gerade für exzellente Kreation bekannt ist, wieder nach vorne zu bringen. Zugegeben, eine harte Nuss, an der vor ihm schon einige andere gescheitert sind.
Elke Klinkhammer
Bild: McCann

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Aus wirtschaftlicher Sicht habe man in den vergangenen Jahren bereits vieles erreicht, berichtet CEO Iglesias: "Wir standen vor drei Jahren vor diversen Herausforderungen. Unser primäres Ziel war es, die Agenturen McCann und MRM/McCann für die Zukunft neu aufzustellen und auf einen gemeinsamen, wirtschaftlichen Erfolgskurs zu führen. Der Turnaround ist geschafft, wir sind eine der größten Netzwerkagenturen in Deutschland". Konkrete Umsatzzahlen nennt er allerdings nicht. Schätzungen aus dem Umfeld der Gruppe beziffern das Honorarvolumen auf 45 bis 50 Millionen Euro. An den drei Standorten Frankfurt, Düsselorf und Berlin beschäftigt der Verbund nach eigenen Angaben mehr als 450 Mitarbeiter.

Über die Verpflichtung Hardiecks sagt Iglesias: "Sebastian ist ein hochdekorierter Kreativer mit einer eindrucksvollen Vita. Mit seinem Verständnis moderner Markenführung hat er entscheidend dazu beigetragen, das Geschäft vieler renommierter Unternehmen weiterzuentwickeln. Dies macht ihn zum idealen Kreativchef von McCann Worldgroup. Ich freue mich sehr, dass wir ihn für uns gewinnen konnten." bu

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