"Man hat schon Ehrfurcht" Kolle-Rebbe-Kreativchef Fabian Frese zum Fanhansa-Projekt der Lufthansa

Donnerstag, 09. Juni 2016
Die neue "Fanhansa" mit den User-Namen auf dem Rumpf
Die neue "Fanhansa" mit den User-Namen auf dem Rumpf
Foto: Lufthansa

Sie fliegen wieder: Wie schon zur WM 2014 schickt die Lufthansa zur Fußball-Europameisterschaft als "Fanhansa" gebrandete Flugzeuge auf die Reise. Eines davon brachte nicht nur die Nationalmannschaft in ihr EM-Quartier nach Frankreich - die Boeing 737 ist außerdem mit den Namen von 300 ausgewählten Fans beschriftet. Nicht nur für das Unternehmen, auch für die verantwortliche Kreativagentur Kolle Rebbe ist die Kampagne etwas Besonderes, erklärt Kreativchef Fabian Frese.
Das dürfte auch daran liegen, dass die neue "Fanhansa" ein großes Erbe antritt: Schon zur WM vor zwei Jahren in Brasilien benannte die Lufthansa einige ihrer Maschinen um. Das Ganze endete bekanntlich mit dem deutschen Titelgewinn und einem ganz speziellen Flug: Die Heimreise nach Deutschland trat der DFB-Tross im "Siegerflieger" an, einer speziell beklebten 747-8. Die Maschine wurde zum heiß begehrten Foto-Objekt - und ist das bis heute geblieben. Der "Siegerflieger" transportiert noch bis zur nächsten WM im Jahre 2018 Lufthansa-Passagiere um den Globus. 
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Die Kosten für den Aufkleber betrugen etwas mehr als 3000 Euro. Aufgrund des hohen medialen Interesses lag der Media-Gegenwert um ein Vielfaches höher. Schon allein deshalb dürfte schnell klar gewesen sein, dass die Lufthansa zur EM 2016 die "Fanhansa" wieder aufleben lassen würde. Diesmal sei es allerdings auch darum gegangen, die Fans noch stärker einzubeziehen, sagt Frese. Die Idee: Per Online-Voting konnten sich die Fans darum bewerben, dass ihr Name auf einer Boeing 737-300 angebracht wird. 300 Plätze auf der Außenhaut des Flugzeugs gab es, insgesamt 65.000 Nutzer nahmen an dem Wettbewerb teil. Die Boeing mit der Kennung D-ABEK flog die Nationalmannschaft schließlich in ihr EM-Quartier. Einen größeren Flugzeugtyp als die relativ kleine Boeing konnte die Lufthansa übrigens aus ganz pragmatischen Gründen nicht zur Verfügung stellen: Der Flugplatz in Chambery, der dem deutschen Quartier in Evian am nächsten liegt, ist für große Maschinen gar nicht ausgelegt.
Flog 2014 die Weltmeister nach Hause: Der "Siegerflieger"
Flog 2014 die Weltmeister nach Hause: Der "Siegerflieger" (Bild: Kolle Rebbe)
Inzwischen ist der Flieger auf der innereuropäischen Kurzstrecke im regulären Linieneinsatz, bevorzugt auf Strecken von und nach Frankreich. Die Fans sind immer mit dabei - ob am Boden oder in 11.000 Metern Höhe. Eine Vorstellung, die auch einen erfahrenen und hoch dekorierten Werber wie Fabian Frese stolz macht: "Als Kreativer hat man schon Ehrfurcht davor, so ein Flugzeug zu bemalen. Das ist schon immer etwas Besonderes."

Die hohe Reichweite der Aktion überrascht Frese nicht: "Die Faszination Fliegen in Verbindung mit der Nationalmannschaft ist eine sehr gute und emotionale Mischung." Dennoch sei die Kampagne kein Selbstläufer - und das liege in erster Linie am Kunden. Denn um eine Maschine lackieren zu können, muss sie stehen. Flugzeuge erwirtschaften ihr Geld aber in der Luft. "Man muss es dem Kunden wirklich hoch anrechnen, dass er dazu bereit war, die Maschine eine Woche in den Hangar zu stellen. Daran sieht man, wie groß die Sportbegeisterung bei der Lufthansa ist", so Frese.
Im Lufthansa-Spot ...
Bild: Screenshot Youtube / Lufthansa

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Ob die "Fanhansa" in diesem Jahr wieder so ein Erfolg wird wie vor zwei Jahren, dürfte nicht zuletzt vom Ausgang des Turniers abhängen. Doch auch unabhängig davon, wie es jetzt weitergeht: Kolle Rebbe verbucht die Aktion schon als Erfolg. "
Wir haben bereits jetzt eine sehr hohe Reichweite erzielt", erklärt Frese. "Die Kosten für die Aktion dürften nur einen Bruchteil des Media-Gegenwerts betragen. Insofern ist alles, was jetzt noch kommt, Zugabe." ire
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