MSL Group Public-Affairs-Manager geben der Großen Koalition schlechtere Noten

Donnerstag, 22. September 2016
MSL-Chairman Axel Wallrabenstein
MSL-Chairman Axel Wallrabenstein
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Axel Wallrabenstein Christoph Moosbauer


Knapp ein Jahr vor der Bundestagswahl fällt das Urteil der Verantwortlichen für Public Affairs in Deutschland über die Arbeit der Großen Koalition deutlich schlechter aus als zuletzt. Beurteilten im vorigen Jahr zur Halbzeit der Legislaturperiode noch fast 60 Prozent die Leistung der Regierungsparteien als gut, sind es in diesem Jahr nur noch 43 Prozent. 2 Prozent bescheinigen den Verantwortlichen in Berlin sehr gute Arbeit. Dagegen findet die Hälfte der Befragten die Leistung schlecht, 3 Prozent sogar sehr schlecht.
Zu diesen Ergebnissen kommt die PR-Agentur MSL Group in ihrer aktuellen Public-Affairs-Umfrage. Für die Erhebung wurden im Sommer dieses Jahres mehr als 300 Lobbyisten aus Unternehmen und Verbänden befragt. In die Auswertung gingen etwas mehr als 70 Antworten ein. Noch kritischer als die Arbeit der Großen Koalition wird die der Opposition gesehen. 55 Prozent empfinden sie als schlecht, 21 Prozent als sehr schlecht. Nur jeder vierte Public-Affairs-Manager bescheinigt Linken und Grünen, einen guten Job zu machen. Bemerkenswert: Das Verhältnis zu den Grünen hat sich deutlich verbessert. Rund ein Drittel der Lobbyisten bewertet die Zusammenarbeit mit ihnen als konstruktiv – doppelt so viele wie im Vorjahr. Eine mögliche Erklärung: "Die Grünen spielen vor allem im Bundesrat eine entscheidende Rolle. Auch eine mögliche schwarz-grüne Bundesregierung nach der Wahl scheint das Interesse zu befördern", kommentiert MSL-Chairman Axel Wallrabenstein den Trend.

Den Dialog mit "Parteien an den äußeren Rändern des Spektrums" – konkreter wurde nicht gefragt – meiden die meisten Public-Affairs-Manager. 31 Prozent grundsätzlich, jeweils 27 Prozent sehen keinen Grund für den Austausch, solange es keine Regierungsbeteiligung der jeweiligen Partei gibt beziehungsweise suchen nur den Dialog mit Mandatsträgern in für sie relevanten Bereichen.

Auch nach dem Ansehen der eigenen Zunft wurde gefragt. Knapp 20 Prozent der für Public Affairs Verantwortlichen glauben, dass sich das Image ihrer Branche verschlechtert hat. "Im vergangenen Jahr fand eine intensive öffentliche Debatte um ein Lobbyregister und die Hausausweise für den Deutschen Bundestag statt, die dem Image der Branche eher geschade hat", findet Christoph Moosbauer, Managaing Director bei MSL Group. Allerdings glauben mehr als 70 Prozent der Befragten, dass es keine Veränderung für das Image ihres Geschäftsfelds gegeben hat. mam

Die vollständige Umfrage finden Sie hier.
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