MEC / Maxus Matthias Brüll und Sebastian Hupf machen das Rennen

Mittwoch, 23. August 2017
Sebastian Hupf soll Deutschlandchef bei der aus dem Zusammenschluss von MEC und Maxus hervorgehenden Agentur werden
Sebastian Hupf soll Deutschlandchef bei der aus dem Zusammenschluss von MEC und Maxus hervorgehenden Agentur werden
Foto: Mindshare

Ziemlich sicher im September ist es so weit: Dann verkündet CEO Tim Castree den Namen der neuen Mediaagentur, die aus dem Zusammenschluss von MEC und Maxus entsteht - und wer was wird bei dem neuen Riesen-Player. Die beiden spannendsten Fragen aus deutscher Sicht sind wohl entschieden: Matthias Brüll steigt zum Global Chief Product Officer auf und Sebastian Hupf wird Deutschlandchef. Castree, Brüll und Hupf - was ist von den drei Protagonisten zu halten, die bei der neuen Group-M-Agentur an zentralen Stellen sitzen werden?

Tim Castree

Der gebürtige Australier steht erst seit November 2016 an der Spitze von MEC und scheint entschlossen, ganz viel zu ändern. Einige wichtige Entscheidungen hat der 46-Jährige schon verkündet:
  • Bei MEC/Maxus wird es keine CEOs für Regionen wie EMEA (Europa, Middle East und Afrika), Asien-Pazifik, Lateinamerika und Nordamerika mehr geben - diese Hierarchiestufe wird komplett eingestampft. Castree: "Ich hasse solche Overheads."
  • Die Länderchefs der acht größten Märkte (darunter auch Deutschland) berichten direkt an Castree
  • Das Headquarter kommt nach New York
  • Die Kooperation mit der Holding Group M wird noch enger

Klassischer Mediaeinkauf und -planung bleiben natürlich wichtig, aber die großen Wachstumsfelder lauten für Castree Content Marketing, Technologie und Beratung.

Matthias Brüll

Matthias Brüll schien kurzzeitig so etwas wie ein tragischer Held zu werden. Im Mai wurde bekannt, dass er von Group M Germany als EMEA-Chef zu MEC wechselt - und plötzlich ist dieser Job weg, weil es nach dem Willen von Castree keine Regional-CEOs mehr geben wird. Tatsächlich aber hat die Geschichte ein Happy End: Brüll wird zum Global Chief Product Officer und sitzt damit künftig im Machtzentrum von MEC/Maxus.

Insgesamt schart Castree acht Führungskräfte um sich, neben einem obligatorischen Finanzchef und einem Head of Marketing wird es einen Einkaufschef, einen Chief Client Officer, einen für Neugeschäft zuständigen Chief Growth Officer, einen Chief Strategy Officer sowie einen Chief Client Officer geben, der vermutlich von einer Unternehmensberatung kommt. Und eben Brüll.
Kelly Clark
Bild: Group M

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Tatsächlich ist Brülls Position von besonderer strategischer Bedeutung, da er  viele der Bereiche verantwortet, mit denen man sich vom Wettbewerb differenzieren und wachsen will. Dazu gehört zum Beispiel Content Marketing, aber auch E-Commerce-Marketing. Retail Media ist gerade dabei, sich neben Search und Social als dritte starke Säule im digitalen Marketing zu etablieren - entsprechend wichtig wird es für die Media-Networks sein, sich hier eine starke Stellung zu erkämpfen und entsprechend aufzurüsten. Zu Brülls Ressort gehört außerdem Performance Marketing, ein Bereich, in dem die Etablierten gerade massiv von Newcomern attackiert werden. Und, nicht zu vergessen, das große Feld Analytics und Insights. Hier soll die Zusammenarbeit mit Group M deutlich vertieft werden.

Die Entscheidung, Brüll auf eine so wichtige Position zu setzen, ist durchaus als Signal zu werten: Brüll steht für Kundennähe, war mal Mediachef bei BMW und verfügt als ehemaliger Deutschland-CEO von MEC über reichlich operative Erfahrung im Mediageschäft.

Sebastian Hupf

Er galt als großer Favorit für den Chefposten von MEC/Maxus Deutschland und jetzt wird er es wohl tatsächlich: Sebastian Hupf. Der 41-Jährige begann seine Karriere 2004 bei Mediacom und wechselte 2012 zu MEC, wo er es zu einer Position mit dem schönen Titel Chief Solution Officer brachte. Hupf spielte auch eine führende Rolle beim Aufbau von L’Èquipe L’Oréal. Das trifft sich gut, denn L’Oréal lässt gerade wieder pitchen. Im Mai vergangenen Jahres schließlich wurde Hupf die neue Nummer 1 bei der Mediaagentur Mindshare, die wie Mediacom, MEC und Maxus zu Group M gehört. Nach ein paar Monaten war es damit aber schon wieder vorbei, Hupf kehrte nach Düsseldorf zurück - für, wie es offiziell hieß, „Spezialaufgaben“ bei Group M. Wahrscheinlich war damals schon mehr oder weniger klar, dass er Tino Krause auf dem Chefposten bei MEC nachfolgen sollte.

Wie Krause und davor schon Brüll zählt Hupf zu den großen Hoffnungsträgern im Group-M-Konzern, die vor allem für Kundennähe und einen integrativen Führungsstil stehen. Krause hat freilich gerade ziemlich zu kämpfen bei Mediacom - einer Reihe von Führungskräften gefällt die neue Richtung nicht. Hupf dürfte es bei MEC da deutlich leichter haben.

Eine Frage bleibt noch offen: Was geschieht eigentlich mit Christian Leipacher? Der ist seit 2010 Deutschlandchef von Maxus, wo er dem Vernehmen nach einen guten Job gemacht hat. In dem neuen Konstrukt ist wohl kein Platz  für ihn - im großen Group-M-Reich aber sehr wohl. Trügen die Zeichen nicht, wird von Leipacher bald einiges zu hören sein. Angeblich wartet ein neuer Job auf ihn. js 

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