Logo-Relaunch Mastercard verzückt Design-Experten

Montag, 18. Juli 2016
Das neue Logo von Mastercard
Das neue Logo von Mastercard
Foto: Mastercard

Neue Logos werden allzu gerne in der Luft zerrissen. Airbnb, Instagram, Uber - die Liste der Marken, die in den vergangenen Monaten nach einem Redesign Hohn und Spott ernteten, ist lang. Mastercard zeigt, dass es auch anders geht. Die zehn von HORIZONT Online befragten Experten sind sich einig wie selten: Mit dem neuen, von Pentagram Design in New York entwickelten Logo ist Mastercard ein großer Wurf gelungen!
Der Expertencheck gehört zu den beliebtesten Formaten der HORIZONT-Online-Leser. Vielleicht auch deshalb, weil sich die Experten über neue Markenauftritte, TV-Spots oder eben Logos gerne mal in die Haare kriegen und alles andere als einer Meinung sind. Diesmal gibt es allerdings keine zweite Meinung. Von dem neuen Mastercard-Logo, das der Konzern vor wenigen Tagen präsentierte, sind alle von HORIZONT Online befragten Experten (mindestens) angetan.  „Das neue Logo bringt die visuelle Identität der Marke noch besser auf den Punkt", sagt beispielweise Heiko Dertinger. Für den Geschäftsführer Kreation bei Brandoffice ist das Logo aber nur ein Teil eines gelungenen Relaunchs: "Der größte Mehrwert steckt für mich in der Neuentwicklung des kommunikativen Auftritts. Aus den überlap­penden Kreisen wurden nicht nur Designprinzipien abgeleitet, die sich in allen Kanälen wiederfinden, sondern auch eine visuelle Leitidee für die gesamte Kommunikation definiert", so Dertinger. 

Das neue Logo von Mastercard
Bild: Mastercard

Mehr zum Thema

Brand Identity Mastercard verpasst sich nach über 20 Jahren neues Logo

Ähnlich sieht das Christine Lischka. Für die Chefin von Serviceplan Design ist das neue Logo nicht nur ein Logo im klassischen Sinne, sondern "ein ganzheitliches Marken-Erlebnis", das für die digitale Transformation des Unternehmens stehe. "
Das neue Mastercard Logo ist ein positiver wiedererkennbarer und vertrauensschaffender Pol in der komplexeren und digitalen Welt", bilanziert Lischka. Brand-Union-Chef Tobias Phleps bringt es wohl auf den Punkt, wenn er sagt, dass mit dem Logo ein "sehr modern wirkendes Erscheinungsbild" entstanden ist, das "allen digitalen Anforderungen Rechnung" trage. "Die Marke ist damit auch visuell bereit für die 'digital payment era’!", so Phleps. Klaus Hajok geht sogar noch weiter. "Mastercard präsentiert sich als Ikone im bargeldlosen Geldverkehr", schwärmt der Geschäftsführer von Hajok Design. 

Gut kommt vor allem das reduzierte Design an. Dass Schriftzug und Logo getrennt wurden, findet etwa Arne Schultchen, Partner bei f+s design studios, nur logisch. Aus Sicht von Jürgen Siebert, Direktor Marketing bei Monotype, wurde mit den Großbuchstaben, der Kursivierung, dem Schatten und dem Farbkamm alles Überflüssige verworfen. "Ein geschickter typografischer Schachzug", so Siebert. Lars Kreyenhagen, Geschäftsführer Karl Anders, sieht das genauso. Indem Überflüssiges entfernt wurde, hat Mastercard aus Sicht von Kreyenhagen seine Stärken gestärkt. "So ist die Bildmarke noch markanter geworden und steht von nun an im Mittelpunkt des Logos." 

Marco Mittenzwey, Creative Director Design bei Aperto, stimmt seinem Kollegen zu. "Die signifikante Bildmarke geht gestärkt aus der Überarbeitung hervor, da sie nun – befreit von der in die Jahre gekommenen Wortmarke – stärker strahlen kann", sagt der Design-Experte. Ähnlich argumentiert Heinrich Paravicini von Mutabor Design: "Die Simplifizierung auf die visuell stärksten Bestandteile - die beiden überlappenden Scheiben - ist sehr logisch und gelungen. So entfaltet das Zeichen seine optimale Kraft". Oder wie es Thomas Maes von Meta Design formuliert: "So macht visuelle Kommunikation Spaß und ist auf der Höhe der Zeit." mas

Die Experten-Statements im Detail


Lars Kreyenhagen, Geschäftsführer Karl Anders: 5 Sterne

Lars Kreyenhagen
Lars Kreyenhagen (Bild: Karl Anders)
Chapeau, Pentagram. Wer sich nach zwanzig Jahren an diesen Logo-Klassiker traut (oder trauen muss, weil Mastercard den digitalen Bezahldienst Masterpass einführt), weiß, was auf dem Spiel steht. Die Lösung ist wirklich mehr als gelungen.

Überflüssiges wurde entfernt. Und Stärken wurden gestärkt. So ist die Bildmarke noch markanter geworden und steht von nun an im Mittelpunkt des Logos. Kombiniert mit den von nun an klein geschriebenen Wortmarken ist die Hierarchie auch eindeutig geklärt.

„Die Lösung ist wirklich mehr als gelungen. “
Lars Kreyenhagen
Dafür gibt es 5 Punkte von mir. Perfekt wäre der Auftritt dann gewesen, wenn man die Wortmarke ganz weglassen hätte. Ich wette 5 Flaschen Champagner, dass das in den kommenden 5 Jahren dazu kommen wird.

Heiko Dertinger, Geschäftsführer Kreation, Brandoffice: 5 Sterne

Heiko Dertinger, Geschäftsführer Kreation Brandoffice
Heiko Dertinger, Geschäftsführer Kreation Brandoffice
Nun folgt auch Mastercard dem Trend "simple and flat" sowohl hinsichtlich Formen­sprache, Farbigkeit als auch Typografie. Kürzlich hatten Facebook, Google, Microsoft, eBay, Instagram, aber auch ThyssenKrupp und MINI ihre Logos in diese Richtung verändert.

Mit dem Redesign reduziert Mastercard das Logo stärker auf diejenigen Elemente, die die Wiedererkennbarkeit ausmachen. Die beiden überlappenden Kreise visualisieren perfekt die Leistung der Marke: Anbieter und Konsumenten durch „digital payment services“ mit­einander zu vernetzen. Einfachheit ist also die Daseinsberechtigung dieser Marke. Das neue Logo bringt die visuelle Identität der Marke noch besser auf den Punkt.

„Das neue Logo bringt die visuelle Identität der Marke noch besser auf den Punkt.“
Heiko Dertinger
Das Logo ist aber nur ein Teil eines gelungenen Relaunchs: Der größte Mehrwert steckt für mich in der Neuentwicklung des kommunikativen Auftritts. Aus den überlap­penden Kreisen wurden nicht nur Designprinzipien abgeleitet, die sich in allen Kanälen wiederfinden, sondern auch eine visuelle Leitidee für die gesamte Kommunikation definiert. Im Zentrum steht die Vernetzung des Konsumenten durch Produktangebote wie "selfie pay" oder "groceries by masterdard", die nun geschickt auf das Storytelling der Marke übertragen wird.

Für mich ein rundum gelungener Relaunch. Ganz nebenbei ist das Logo auch ästhetisch geworden. Und Schönheit schadet nie.

 

Christine Lischka, Managing Director Serviceplan Design: 4 Sterne

Christine Lischka
Christine Lischka (Bild: Serviceplan)
Das neue Mastercard Logo ist reduziert bis auf seine Essenz. Dabei verliert es weder Wiedererkennung noch seine Wurzeln. Die beiden überlappenden iconischen Kreise sind nun - befreit von Linien und einer in die Jahre gekommenen Typographie - klarer, eindeutiger, damit auch kraftvoller geworden. Sie stehen für ein reibungsloses und störungsfreies Vernetzen und Ineinanderfließen. Das ist die rein grafische Betrachtung.

Das neue Logo ist aber nicht nur ein Logo, in der traditionellen Definition, es ist ein ganzheitliches Marken-Erlebnis. Die Digitalisierung des Commerce Prozesses und die zunehmende Vernetzung der Verbraucher treibt die digitale Transformation voran. Ein Institut, das für nahtlose Zahlungsmöglichkeiten steht, muss dieser Entwicklung ebenbürtig sein und das auch zum Ausdruck bringen, Warenfluss und Zahlungsfluss.

„Meiner Ansicht nach hat Pentagram NY einen hervorragenden Job gemacht.“
Christine Lischka
Das neue Mastercard Logo ist ein positiver wiedererkennbarer und vertrauensschaffender Pol in der komplexeren und digitalen Welt. Es geht um nichts Geringeres als die Verheiratung von Vertrauen und unüberschaubar werdender Komplexität. Das ist jenseits der grafischen formalen Diskussion der viel anspruchsvollere Part. Genau das gelingt dem neuen Logo und entzieht sich damit auch jeglicher formalen Krittelei.

Das reduzierte und einfache Mastercard Logo ermöglicht den Einsatz an allen Touchpoints und macht damit einen ganzheitlichen Marken-Erlebnisraum auf. Es funktioniert sowohl digital als auch in klassischen Kommuniktions-Medien.

Es ist wiedererkennbar. Es ist durch seine Reduktion angenehm bescheiden, wirkt nicht überheblich. Auch das „sich selbst zurücknehmen“ und damit den Konsumenten in den Mittelpunkt zu stellen ist ein zeitgemäßes Statement eines Zahlungsinstitutes. Meiner Ansicht nach hat Pentagram NY einen hervorragenden Job gemacht.

Jürgen Siebert, Fontblogger und Direktor Marketing Monotype: 5 Sterne

Jürgen Siebert
Jürgen Siebert (Bild: Monotype)
Was ist geblieben, im neuen Mastercard-Logo? Alles: die sich überlappenden rot-gelben Kreise, der Namenszug. Was ist weggefallen, im neuen Mastercard-Logo? Alles Überflüssige: Großbuchstaben, Kursivierung, Schatten und Farbkamm. Entscheidend für die Flexibilität des neuen Logos ist die Trennung von Key-visual und Text. Damit lässt es sich wunderbar horizontal inszenieren, zum Beispiel in der Bandenwerbung (links Kreise, rechts daneben Schriftzug), aber auch als Profilbild in den sozialen Netzen einsetzen (Doppelkreis only).

„Ein geschickter typografischer Schachzug.“
Jürgen Siebert
Warum sind die beiden Großbuchstaben M und C verschwunden? Erstens: Weil die Kartenzahlung an Bedeutung verliert, rückt das Wort Card zurück ins Markennamen-Glied. Zweitens: Weil das versale M die einzige Letter ohne Rundung ist, setzten die Designer von Pentagram das kleine m an seine Stelle und übertrugen so das Doppelkreis-Symbol in das geometrische Schriftbild. Ein geschickter typografischer Schachzug.

Tobias Phleps, CEO Brand Union Germany: 4 Sterne

Tobias Phleps, CEO Brand Union
Tobias Phleps, CEO Brand Union (Bild: Brand Union )
MasterCard. Eine weitere Marke, die sich bezüglich der veränderten Anforderungen an ein konsistentes Corporate Design einem Redesign mit dem Credo „Reduce to the max“ unterzogen hat. Und ja, das 90er Jahre Logo konnte wirklich einen neuen, zeitgemäßen Anstrich vertragen. 

Die überarbeiteten Farben geben dem Logo in Verbindung mit den zwei Grundformen eine visuelle Leuchtkraft und Prägnanz. Formal besinnt sich das Logo auf das Erbe des ersten Zeichens von 1968 zurück: nur zwei überschneidende, in sich multiplizierende Kreise  und der Verzicht auf die ineinandergreifenden Linien. Die Typografie wirkt durch die gewählte Schriftart zeitlos – nahezu generisch, aber durch die Minuskel-Schreibweise fast auch ein wenig retro. 

Die Wortmarke aus der Bildmarke zu nehmen war eine richtige Entscheidung, um die heutigen vielfältigen Anforderungen an eine Bildmarke zu erfüllen. Die Bildmarke (ohne Wortmarke) funktioniert als Superzeichen und wir haben nun eine sehr einfache Logoanimation, die in allen Größen und digitalen Kanälen gut funktioniert. Das aus dem Logo abgeleitete Gestaltungs- und Layout-Prinzip funktioniert sehr gut, weil es dem Erscheinungsbild, auch durch den hohen Schwarzanteil, eine visuelle Eigenständigkeit verleiht. 

„Die Marke formal in die Corporate Heritage zu überführen – mit dem Logo sowie dem ganzen Markenauftritt – ist ein sehr guter Schritt.“
Tobias Phleps
Die Marke formal in die Corporate Heritage zu überführen – mit dem Logo sowie dem ganzen Markenauftritt – ist ein sehr guter Schritt. Der Wert und die lange Existenz der Marke werden betont und gleichzeitig ist ein sehr modern wirkendes Erscheinungsbild entstanden, das allen digitalen Anforderungen Rechnung trägt. Die Marke ist damit auch visuell bereit für die 'digital payment era’!

Es ist aber auch ein weiteres Logo entstanden, das wie beispielsweise das Microsoft Logo nur auf Farbe und Grundformen setzt und damit Gefahr läuft immer weniger differenziert und eigenständig zu wirken. MasterCard hat sich über die Jahre 100 Prozent Wiedererkennung erarbeitet - genau das muss eine Marke schaffen, sowohl visuell als auch inhaltlich. Die „technischen“ Anforderungen der digitalen Kanäle bestimmen immer mehr die Designentwicklungen. Wir finden, dass dabei zu viel Charakter und Eigenständigkeit in den visuellen Auftritten verloren gehen kann. Und genau darum geht es doch bei einem Relaunch… Hier hat es funktioniert!

Klaus P. Hajok, Gründer & Geschäftsführer von HAJOK Design: 5 Sterne

Klaus Hajok, Hajok Design
Klaus Hajok, Hajok Design (Bild: Hajok Design)
Das neue Logo von Mastercard gefällt mir sehr gut. Bei der Überarbeitung des Klassikers sind die Verantwortlichen klug und mit Fingerspitzengefühl vorgegangen. Eigentlich könnte man auch von „zurückgegangen“ sprechen, da das neue Logo doch stark dem Markenauftritt der sechziger und siebziger Jahre ähnelt. Rein formal wirkt das Logo trotzdem entstaubt, reduziert und unkompliziert. Es hat viel Impact. Jeder Mastercard-Kunde wird ohne Probleme seine Marke wiedererkennen und aufgrund der gelungenen Umsetzung in Print und Digital verstärkt sich die Attraktivität für potentielle Neukunden massiv.

„Mastercard präsentiert sich als Ikone im bargeldlosen Geldverkehr. “
Klaus P. Hajok
Es macht Sinn, den Mastercard-Schriftzug aus den beiden Kreisen herauszulösen, da sich das Geschäftsmodell verändert hat. Nun gibt es Masterpass, Masterpay und wohl noch einiges an Erweiterungen, die über das bisherige Mastercard-Angebot hinausgehen. Die beiden sich überschneidenden Punkte stehen für die Marke und die separaten Namen für die Dienstleistung – so ist der Spagat von Kontinuität und Flexibilität geglückt.

Mastercard präsentiert sich als Ikone im bargeldlosen Geldverkehr. Mit dem geschickten Retro-Zitat steht die Marke für Kontinuität, Sicherheit und Vertrauen und mit zeitgeistigem Minimalismus transportiert sie die gesamte Markenidee in die Zukunft. 

Marco Mittenzwey, Creative Director Design Aperto: 5 Sterne

Marco Mittenzwey, Aperto
Marco Mittenzwey, Aperto (Bild: Aperto)
Für mich ist das überarbeitete Corporate Design für Mastercard ein gelungener Wurf. Startup-Ästhetik a la airbnb und Paypal trifft auf geometrischen Bauhaus-Minimalismus. Clean, funktional, modern – einfach auf den Punkt gebracht bzw. hier auf zwei Kreise. Und das alles, ohne dabei an Eigenständigkeit und Prägnanz zu verlieren. Denn die signifikante Bildmarke geht gestärkt aus der Überarbeitung hervor, da sie nun – befreit von der in die Jahre gekommenen Wortmarke – stärker strahlen kann. Dazu trägt ebenso die konsequente Reduktion auf die Grundform Kreis und das daraus abgeleitete Gestaltungssystem bei. Komplettiert wird das Ganze durch die typografische Verjüngung der Wortmarke, die in Minuskeln gesetzt wurde und so mit den anderen digitalen Services von Mastercard, wie z.B. „masterpass“ oder „securecode“ gleichzieht. Dabei harmonieren die geometrischen Formen der FF Mark perfekt mit den konstruierten Kreisen der Bildmarke. Für all das schon einmal fünf Sterne.

„Mit ihrem Move kommuniziert die Marke nicht nur ihre technologische Kompetenz, sondern sie lebt sie als Marke vor. “
Marco Mittenzwey
Aber was für mich im Hinblick auf die digitale Experience noch viel wichtiger ist: Mit diesem Design gibt Mastercard dank Pentagram allen UX/UI Designern eine starke gestalterische Freiheit, die weit über Print hinausgeht. Dank z.B. des Verzichtes auf die Moiré-Effekt erzeugenden Verbindungslinien funktioniert das Logo nun auch auf kleinsten Interfaces und ist durch die flexible Anordnung von Wort- und Bildmarke auch responsive besser anwendbar. Wir in den digitalen Designagenturen erleben, dass alte Corporate Designs immer öfter an ihre Grenzen gelangen, da sie zwar aus der Marke heraus, aber nicht für digitale Touchpoints und Gestaltungssysteme entwickelt wurden.

Genau das hat man bei Mastercard erkannt und gehandelt. Mit ihrem Move kommuniziert die Marke nicht nur ganzheitlich ihre technologische Kompetenz und ihre digitalen Geschäftsfelder, sondern sie lebt sie als Marke vor. Vom Desktop bis zur Smartwatch. Vom App Icon bis zum Billboard.

Arne Schultchen, Partner + Creative Head, f+s design studios: 5 Sterne

Arne Schultchen
Arne Schultchen (Bild: f+s design studios)
Ich war schon immer ein großer Freund davon, einfachste, grundlegendste formale Prinzipien zu nutzen und zu ”besetzen”. Überlappende Kreise sind ein universelles Motiv. In der Reduktion nun die ”materielle”, subtraktive Farbmischung zu nutzen, ist super konsequent. Ich mag solch essentielle Lösungen. 
„In der Reduktion nun die ”materielle”, subtraktive Farbmischung zu nutzen, ist super konsequent. “
Arne Schultchen
Dass dieses leichte, fröhliche, fast unschuldige Bild nun von einem Finanzdienstleister besetzt wird, ist schon ein machtvoller Move. Hoffentlich befinden sich jetzt nicht die Darstellungen der Farbenlehren in markenrechtlicher Kollision mit Mastercard … Im Ernst: Ich finde es sehr gut. Pentagram gehören eh zu meinen Helden! Ach ja: Schriftzug raus ist logisch, Typo einfach und klar.

Heinrich Paravicini, Geschäftsführer Mutabor Design: 5 Sterne

Heinrich Paravicini
Heinrich Paravicini (Bild: Mutabor)
Der Trend zur Simplifizierung im Corporate Design ist ungebrochen. Und es ist ein gutes Zeichen, dass auch große Marken, die sonst nur mit ganz viel Überredungskunst dazu gebracht werden können, ihr historisch gewachsenes Branding zu hinterfragen, diesem Trend folgen. Denn er ist unausweichlich wie logisch: Digital first heißt für Branding Vereinfachung, Klarheit und Konzentration auf die Dinge, die wirklich Impact haben. Für MasterCard heisst das: wer neben ApplePay, PayPal und Co bestehen und all seine Markenpower mitnehmen will, der macht es so.

„Die Simplifizierung auf die visuell stärksten Bestandteile - die beiden überlappenden Scheiben - ist sehr logisch und gelungen.“
Heinrich Paravicini
Die Simplifizierung auf die visuell stärksten Bestandteile - die beiden überlappenden Scheiben - ist sehr logisch und gelungen. So entfaltet das Zeichen seine optimale Kraft und lässt sich auch ohne Typografie leicht zuordnen - gerade digital in kleinen Größen. 

Die Wortmarke wurde modern neu gezeichnet und dazugestellt - analog der Beschreibung der App Symbole auf dem Mobile Screen. Simple but digitally strong!

Thomas Maes, Creative Director Meta Design: 4 Sterne

Thomas Maes
Thomas Maes (Bild: Meta Design)
Wenn eine große Marke, die im Leben vieler Menschen weltweit eine wichtige Rolle spielt, nach 20 Jahren eine Erneuerung des Markenzeichens in Angriff nimmt, ist man angemessen gespannt. Schließlich verändern sich in dieser Zeit viele Rahmenbedingungen, in unseren Sehgewohnheiten, unseren ästhetischen Erwartungen, nicht zuletzt in unserem Medienverhalten. Welche Auswirkungen wird das auf ein Markenzeichen haben?

Mastercard hat gut entschieden: Fokussierung auf das prägende Element der beiden ineinandergreifenden Kreise, Fortführung der primären Farben im Logo, Verzicht auf unnötige Kleinteiligkeit im Schnittbereich der Kreise, Lösen des Schriftzuges aus der Bildmarke.
„So macht visuelle Kommunikation Spaß und ist auf der Höhe der Zeit. “
Thomas Maes
Damit entsteht, bzw. manifestiert sich das ikonische Design des Markenzeichens, gleichzeitig wird es für vielfältigste Anwendungen flexibel in der Kombination der Wort- und Bildmarke.

Ebenso positiv bleibt zu bemerken, dass im gesamten Auftritt das Element Kreis konsequent und auch spielerisch eingesetzt wird – sich als visuell leicht identifizierbare DNA durchzieht. So macht visuelle Kommunikation Spaß und ist auf der Höhe der Zeit. Gratulation an die Kollegen von Pentagram.

Meist gelesen
stats