Kunden-Agentur-Beziehung Pepsico schafft zentralen Marketingeinkauf ab

Freitag, 20. November 2015
Der US-Konzern Pepsico agiert künftig ohne zentralen Marketingeinkauf
Der US-Konzern Pepsico agiert künftig ohne zentralen Marketingeinkauf
Foto: Pepsico
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PepsiCo Pepsi Punica Seven Up BBDO


Das ist eine Nachricht, die Agenturchefs gefallen dürfte: Der US-Getränke- und Lebensmittelkonzern Pepsico schafft seinen zentralen Marketingeinkauf ab. Entsprechende Informationen von Adage.com bestätigt ein Unternehmenssprecher. Künftig soll die Verantwortung für die Agenturvergütung und weitere Einkaufsthemen bei den einzelnen Marken liegen. Zu Pepsico gehören hierzulande neben Pepsi-Cola Marken wie Mirinda, Punica, Lipton, Seven Up und Lays.
Den Plänen zufolge soll der zentrale Marketingeinkauf nicht durch einzelne Einkäufer bei den jeweiligen Marken ersetzt werden. Stattdessen sollen die Marken- und Produktveranwortlichen die Aufgaben übernehmen. Dem Bericht von Adage.com zufolge waren zuletzt etwa ein Dutzend Mitarbeiter im zentralen Marketingeinkauf von Pepsico tätig. Einigen von ihnen wurden andere Stellen im Unternehmen angeboten. Mit dem jetzigen Schritt verfolgt die Konzernführung das Ziel, schneller und flexibler reagieren zu können. Das gilt vor allem für das immer stärker projektlastige Geschäft. Hier sind oft kurze Abstimmungen erforderlich - auch finanzieller Natur - die man auf der operativen Ebene offenbar besser aufgehoben sieht als in einer Zentralabteilung. Internationale Leadagentur von Pepsi ist BBDO.

Inwieweit der Schritt von Pepsico Vorbildcharakter für weitere Unternehmen hat, bleibt abzuwarten. Angesichts der aktuellen Entwicklung gilt das allerdings als eher unwahrscheinlich. Vielmehr haben in den vergangenen Jahren neben großen Konzernen auch viele mittelständische Unternehmen spezielle Abteilungen oder Positionen für den Marketingeinkauf geschaffen. Über den Einfluss der Einkäufer sind von Agenturseite immer wieder Klagen zu hören, wie aktuell von Serviceplan-Manager Ronald Focken. Tenor: Die Einkäufer würden nichts von den Inhalten verstehen und nur die Preisschraube nach unten drehen - letztlich zulasten der Qualität. mam
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