Kooperation mit Buzzfeed Wie Scholz & Friends mit bunten Listen den Social-Traffic steigern will

Montag, 23. Februar 2015
Scholz & Friends erstellt eigene Listen auf Buzzfeed
Scholz & Friends erstellt eigene Listen auf Buzzfeed
Foto: Screenshot Buzzfeed.com

Scholz & Friends ist seit Kurzem mit einem eigenen Unternehmensprofil auf Buzzfeed vertreten. Dort erstellt die Agentur eigene Listen im typischen Buzzfeed-Stil und verbreitet diese über Social Media. Das Beispiel zeigt nicht nur, das Buzzfeed für Marken und Medien interessanter wird - sondern verdeutlicht auch die Funktionsweise des Portals.
"20 Dinge, die zu jedem Pitch gehören" ist eine typische Buzzfeed-Headline. Auch der Inhalt - knackige Headlines, die mit lustigen Gifs illustriert sind - passt perfekt zu dem Portal. Allerdings dürfte die Expertise in Sachen Pitches bei den Buzzfeed-Redakteuren eher gering sein. Tatsächlich stammt der Artikel auch nicht von der Redaktion, sondern wurde von Scholz & Friends erstellt. Die Hamburger Agentur ist seit gut drei Monaten mit einem eigenen Profil auf dem Portal vertreten. Die Möglichkeit dazu räumt Buzzfeed praktisch jedem Nutzer ein - einzige Voraussetzung ist die Einhaltung der Community-Guidelines. Um die Vermarktung zu pushen, bietet Buzzfeed außerdem die Möglichkeit, gesponserten Content zu erstellen. Zum Deutschland-Start des Portals im vergangenen Jahr machte etwa Opel davon Gebrauch.

Doch warum erstellt eine Werbeagentur Inhalte auf Buzzfeed? Das wird deutlich, wenn man sich das Facebook-Profil von Scholz & Friends ansieht. Auch dort postete die Agentur die Pitch-Liste und erntete innerhalb kurzer Zeit mehr als 80 Likes und über 20 Shares. Die Anzahl der Likes ist im Vergleich zu früheren Posts gut, aber nicht überragend. Auffällig ist hingegen die hohe Zahl der Teilvorgänge. Und genau hierbei zeigt sich, was Scholz & Friends von der Buzzfeed-Kooperation hat: bunte Listen werden sehr gerne geteilt - und erhöhen damit den Social Traffic enorm. Das bringt der Agentur Bekanntheit und verleiht ihr Profil.

Scholz & Friends verfolgt mit dem Buzzfeed-Profil zwei wesentliche Ziele, wie Agentursprecherin Sandra Schwarz gegenüber HORIZONT Online erklärt: Mit lustigen Geschichten aus dem Agenturalltag zu unterhalten und gleichzeitig durch eine gesteigerte Reichweite vor allem junge Leute anzusprechen. Die Idee sei von der Hamburger Digital-Unit Scholz & Friends one:zero entwickelt und umgesetzt worden. "Uns geht es darum, etwas Neues auszuprobieren. Eine eigene Buzzfeed-Strategie verfolgen wir momentan aber noch nicht. Sondern eine Social Media Strategie, bei der wir manche Ziele durch genau diesen Kanal erreichen können", so Schwarz.

„Uns geht es darum, etwas Neues auszuprobieren. Eine eigene Buzzfeed-Strategie verfolgen wir momentan aber noch nicht. Sondern eine Social Media Strategie, bei der wir manche Ziele durch genau diesen Kanal erreichen können.“
Scholz & Friends-Sprecherin Sandra Schwarz
Das Beispiel Scholz & Friends zeigt recht gut, wie Buzzfeed funktioniert: Die Website ist lediglich der Container für die Inhalte, die wahre Action findet dann in sozialen Netzwerken statt. Im Falle der Pitch-Liste von Scholz & Friends lässt sich das an dem Feedback ablesen, das direkt auf Buzzfeed abgegeben wurde. Dort können die User Artikel nach Kriterien wie "Lol", "Trashy" oder "Fail" bewerten. Das geschah bislang erst wenige Mal. Gegenüber den Facebook-Reaktionen nimmt sich diese Zahl geradezu lächerlich gering aus.

Bei Buzzfeed führt das zu einem völlig neuen Selbstverständnis: "Social ist unsere Homepage", hatte Deutschland-Chefredakteurin Juliane Leopold erst kürzlich auf dem Deutschen Medienkongress von HORIZONT erklärt. Inhaltlich entwickelt Buzzfeed diese Strategie insofern weiter, als man zunehmend auf seriösen Journalismus setzen will. Groß geworden ist das Portal allerdings mit so genannten Listicles - mit diesen unterhält man seine Leser bis heute gerne. ire
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