Konfuzius sagt "…Von Natur aus sind die Menschen fast gleich; erst die Gewohnheiten entfernen sie voneinander"

Freitag, 15. August 2014
Der chinesische Führerschein von Till Wagner (Foto: privat)
Der chinesische Führerschein von Till Wagner (Foto: privat)
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"Konfuzius sagt" heißt die neue Kolumne in HORIZONT.NET, in der Gastautor Till Wagner, Chairman bei Jung von Matt/Tonghui in Peking, eine Reihe von Beobachtungen aus dem Reich der Mitte liefert - immer auch aus dem Blickwinkel von dem chinesischen Philosophen Konfuzius, der seit 2500 Jahren die chinesische Gesellschaft und Politik mit seinen zeitlosen Einsichten prägt. Von Till Wagner

Diese kleine Kolumne soll helfen, China und die Chinesen besser zu verstehen. Denn gerade Deutschland als Exportnation muss sich viel stärker als bislang mit China auseinandersetzten. Warum? Darum:

Jeder fünfte Mensch lebt in China. Putong-hua (besser bekannt als Mandarin) wird von mehr Menschen gesprochen, als jede andere Sprache unserer Welt. China ist schon heute der größte Automarkt der Welt. Auch der größte Biermarkt, hier wird fünfmal so viel Bier getrunken wie in Deutschland. Auch im Absurden finden sich erstaunliche Zahlen: so hat China etwa mehr Christen als Italien. Und mehr Zuchtschweine als die nächsten 47 folgenden Staaten zusammen. Nur um ein paar Beispiele zu nennen.

Auch deswegen weist die Statistik China schon jetzt als die zweitgrößte Volkswirtschaft aus. Dabei hat sich das BSP in den letzten zehn Jahren verzehnfacht. Und trotz aller Unkenrufe: Das Tempo lässt kaum nach.

An den hiesigen 2200 Hochschulen studieren etwa 27 Millionen junge Menschen. In Deutschland waren es im Rekordjahr 2013 gerade mal 2,5 Millionen. Auf etwa der gleichen Fläche wie der des europäischen Kontinents gibt es hier mehr als 120 Millionenstädte. Gebaut mit 50% der jährlichen Weltproduktion von Zement. Hier in Peking leben mittlerweile mehr Menschen als in NRW. Und in meinem Stadtteil etwa so viele, wie in den vier deutschen Millionenstädten zusammen.

Und trotz all dieser Superlative geht es am Ende doch nur darum, die Menschen zu verstehen. Denn die stecken ja hinter all den Zahlen. Davon dann ab dem nächsten Bericht mehr.

韦 纳 贤 Wei Na Xían (a.k.a. Till Wagner)

Till Wagner begann seine Karriere vor genau 30 Jahren bei Ogilvy. Das internationale Network ermöglichte es ihm, Anfang der 90er Jahre für zwei Jahre in Hong Kong zu arbeiten. Dort bekam er auch seinen chinesischen Namen, geschrieben von der Texterlegende CC Tang. Die Rückübersetzung bedeutet in etwa: "Rekrutiert nur die Besten". Als Holger Jung ihn Ende 2011 bat, das erste Büro von Jung von Matt außerhalb von Europa mit auf zu bauen, konnte er nicht nein sagen. Seit Januar 2012 lebt und arbeitet Wagner als Chairman von Jung von Matt/Tonghui in Beijing.

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