Kolle Rebbe Was hinter dem Kopfüber-Plakat der HVB am Hamburger Hafen steckt

Freitag, 20. Oktober 2017
Das Plakat hängt an Dock 10 im Hamburger Hafen
Das Plakat hängt an Dock 10 im Hamburger Hafen
© Kolle Rebbe

"Liebe Hamburger, wir sind auch auf der anderen Seite der Welt für Sie da": Dieser Spruch ziert das große Plakat, das derzeit an Dock 10 im Hamburger Hafen hängt. Es zu lesen ist jedoch ein wenig umständlich, denn das Plakat steht buchstäblich Kopf. Mit Absicht. Einige Hamburger, darunter auch Kiez-Legende Kalle Schwensen, verstehen die Intention der Hypovereinsbank und Kolle Rebbe dahinter jedoch nicht - und vermuten einen Fauxpas der Plakataufhänger.
Das Dock 10 der Werft Blohm + Voss im Hafen ist die größte Werbefläche in Hamburg. Das Kopfüber-Plakat der Hypovereinsbank ist Teil der Kampagne "International Business", mit der die Bank ihre Auslandsaktivitäten bewirbt. Die verkehrt herum stehende Platzierung in Hamburg sei maßgeschneidert für Hamburg, an anderen Standorten gäbe es andere Werbemaßnahmen für die internationalen Leistungen der Bank. Gegenüber HORIZONT Online erklärt die verantwortliche Agentur Kolle Rebbe die Message des Plakats. "Die Botschaft ist im Hafen, wo mit aller Welt Handel getrieben wird, natürlich richtig platziert. Und so inszeniert (auf dem Kopf), dass sie Aufmerksamkeit erregt - was das Feedback in Presse und Social Web ja auch beweist", so ein Sprecher der Agentur.

Aufmerksamkeitsstark ist das Plakat definitiv: Zuletzt reagierte Rotlichtmilieu-Größe Kalle Schwensen darauf. Die Message kommt bei ihm jedoch nicht an. Er postete folgenden Beitrag auf Facebook:
Kalle Schwensens Post auf Facebook
Kalle Schwensens Post auf Facebook (Bild: Kalle Schwensen via Facebook)


Die Reaktionen auf den Post von Schwensen sind unterschiedlich. Einige Facebook-User verstehen die Botschaft ebenfalls nicht und schreiben: "Ja es [sic] wieder leider immer trauriger in der Welt mein Freund!", ein anderer Nutzer moniert ironisch: "Immer gut, wenn man Profis ran lässt". Andere User animiert das Kopfüber-Plakat zum Witzereißen. Einer von ihnen postet zum Beispiel den Spruch "Jetzt müssen einige sich den Halswirbel einrenken lassen".

Diese User bilden allerdings die Ausnahme, denn die 
Mehrheit der Kommentierenden versteht die Aussage des Plakats. Sie posten Sätze wie 
"Man redet drüber... also alles richtig gemacht" oder "Wenn ich mir den Text da durchlese komm ich zu dem Schluss: Das könnte gewollt sein. Würde ich zumindest jetzt behaupten wenn ich geklebt hätte".

Gelöscht hat Schwensen den Post nicht, obwohl jemand auch den Artikel des Hamburger Abendblatts auf seiner Chronik postete, in dem das Missverständnis bereits aufgeklärt wurde.

Auf Facebook reagiert Kolle Rebbe nun amüsiert mit einem Post auf die Diskussionen. "Fataler Fehler oder doch genial inszenierte Botschaft?", fragt die Agentur im sozialen Netzwerk. "Fest steht: unser neues Plakat für die HypoVereinsbank verdreht Hamburg den Kopf. Zumindest am Dock 10."

Noch bis zum 13. November soll das Plakat die Fläche im Hafen zieren. Alle erhaltenen Reaktion werden laut Hypovereinsbank erst nach Beendigung der gesamten Kampagne ausgewertet. Bei wie vielen Hamburgern das Plakat genau für Verwirrung sorgte, steht aus diesem Grund noch nicht fest.

Bei Kolle Rebbe zeichnen 
Heiko Notter (Creative Director) und Simon Jasper Philipp (Creative Director Art) zusammen mit Senior Art Director Senjel Gazibara und Gerrit Steffen (Senior Text) für die Kreation verantwortlich. Die Beratung übernahmen Andrea Suchanek und Alina Arashkevich.  bre 
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