KNSK Detmar Karpinski gerät zwischen die Fronten in der SPD

Donnerstag, 08. Mai 2014
Detmar Karpinski (Foto: KNSK)
Detmar Karpinski (Foto: KNSK)

Dass der Werber Detmar Karpinski und der SPD-Mann Matthias Machnig gut miteinander können, ist kein Geheimnis. Viele Etats, die der Sozialdemokrat verantwortet, landen bei Karpinskis Agentur KNSK. Zuletzt war es das Mandat für die Europawahl, wenngleich Machnig bei der Vergabe noch nicht als Europawahlkampfmanager installiert war. Dennoch wittert "Der Spiegel" Mauscheleien zwischen ihm und KNSK. In der Tat kann man die geschäftliche Nähe der Männerfreunde kritisieren. Enge Beziehungen von Parteien und Agenturen sind aber nicht ungewöhnlich. Die Grünen setzen oft auf Zum goldenen Hirschen, die CDU auf Commarco (Scholz & Friends, Blumberry). Parteien unterliegen nicht dem Vergaberecht und müssen ihre Etats nicht ausschreiben.

Interessant ist die aktuelle Geschichte vor allem deshalb, weil sie ein Schlaglicht auf einen Machtkampf in der SPD wirft. Offenbar gibt es Kreise, die ein Comeback von Machnig, der als Wirtschaftsminister von Thüringen über doppelte Gehaltsbezüge gestolpert ist, verhindern wollen. Der 54-Jährige wird als Kandidat für einen Staatssekretär-Posten im Wirtschaftsministerium von Sigmar Gabriel gehandelt. Wer dort reüssiert, hat gute Chancen, bei der Bundestagswahl 2017 eine wichtige Rolle zu spielen. Das gilt auch für KNSK, zumindest bislang.

Bei der vorigen Bundestagswahl hat die SPD mit der Agentur Super J+K zusammengearbeitet, einem Joint Venture der PR-Beratung Johanssen + Kretschmer mit der Werbeagentur Super. Dem Chef von Johanssen + Kretschmer, Heiko Kretschmer, werden gute Kontakte zur früheren SPD-Generalsekretärin und heutigen Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles nachgesagt. Sie und Machnig gelten nicht unbedingt als enge politische Freunde. mam
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