KBS US-Agentur von BMW will den deutschen Markt erobern

Donnerstag, 25. Februar 2016
Der weltweiter CEO von KBS plant eine Niederlassung in Berlin
Der weltweiter CEO von KBS plant eine Niederlassung in Berlin
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In den USA gilt KBS derzeit als eine der wachstumsstärksten Agenturen. Jetzt hat der langjährige US-Stammbetreuer von BMW ein Auge auf Deutschland geworfen. Der weltweite CEO Guy Hayward will eine Niederlassung in Berlin öffnen, um dort insbesondere Ansprechpartner für Technologieunternehmen und Startups zu sein.

Sollte es KBS gelingen, ihre internationale Erfolgsgeschichte hierzulande zu wiederholen, dann können sich die Wettbewerber auf einiges gefasst machen: Laut dem US-Branchentitel "AdAge" verzeichnete die MDC-Tochter voriges Jahr allein 18 Neugeschäftsgewinne und zum fünften Mal in Folge ein zweiststelliges Umsatzwachstum. Neben BMW zählen American Express, Banana Republic, Hershey, Keds, L'Oréal, Monster, Moët Hennessy, Neckermann und Novartis zu den Kunden. Im Exklusiv-Interview mit HORIZONT verrät Agenturchef Hayward mehr über seine Expansionspläne.

"Wir sehen großes Potenzial in Europa"

Auf dem amerikanischen Markt ist KBS längst eine etablierte Agenturmarke. Jetzt wollen Sie auch in Europa stärker Präsenz zeigen. Warum?
Wir wollen generell international expandieren. Allein dieses Jahr erwarten wir außerhalb den USA ein Wachstum von 50 Prozent. In Europa sehen wir großes Potenzial. Seit Mitte 2014 sind wir nun bereits in London präsent. Aktuell sondieren wir gerade die Möglichkeiten in Berlin. Wie konkret sind Ihre Pläne für eine Niederlassung in Deutschland?
Deutschland ist einer der wichtigsten Märkte der Welt und die Heimat von großartigen globalen Marken – zwei davon, BMW und Neckermann Reisen, sind unsere Kunden. Insofern ist das natürlich ein extrem wichtiger Markt für uns. Außerdem entwickelt sich Berlin mehr und mehr zu einem bedeutenden Technologie-Standort. Hier können wir von der Erfahrung unseres Londoner Büros profitieren: Dort sind wir inzwischen ein wichtiger Kommunikationspartner für Startups. Dieses Know-how wollen wir nach Berlin bringen. Wie genau das aussehen wird, steht noch nicht fest. Es gibt viele Möglichkeiten: Ein eigene Neugründung, eine strategische Partnerschaft oder Akquisition. Das ist derzeit noch alles offen.
„Deutschland ist die Heimat von großartigen globalen Marken – zwei davon sind unsere Kunden. Insofern ist das natürlich ein extrem wichtiger Markt für uns. “
Sie erwähnten bereits einen Ihrer deutschen Kunden:  BMW. Der Autobauer ist hierzulande gut mit Agenturen versorgt: Serviceplan, Jung von Matt und Heye Grid zählen zu den wichtigsten Kommunikationspartnern. Kooperieren Sie mit den genannten Playern oder verstehen Sie sich vor allem als Kontrahenten?
Aktuell arbeiten wir gerade mit Serviceplan an einem gemeinsamen Projekt, das sehr spannend ist. Darüber kann ich aber noch nichts Näheres verraten. Grundsätzlich haben wir gute, freundschaftliche Beziehungen und zugleich einen fairen Wettbewerb untereinander.

Können Sie ein bisschen mehr über Ihre Beziehung zu BMW verraten? Welche Rolle spielt Ihre Agentur im Pool der unterschiedlichen Kommunikationspartner?
Wir sind in den USA bereits seit sieben Jahren die Stammagentur von BMW und in dieser Funktion auch für CRM, Social Media und die Website verantwortlich. In dieser Zeit ist die Marke in den USA zur Nummer 1 unter den Luxusautomarken avanciert. Ich denke, darauf können wir zurecht stolz sein.

KBS ist hierzulande vor allem als US-Agentur von BMW bekannt. Wofür stehen Sie außerdem?
Ich würde uns als Problemlöser bezeichnen. Unsere größte Inspirationsquelle sind knifflige Aufgaben, für die es scheinbar keine Lösung gibt. Wir lieben Herausforderungen.

An welche Art von Herausforderungen denken Sie dabei?
Wenn Sie als Kunde Business as Usual erwarten, dann ist KBS nicht die richtige Adresse. Wir sind der Ansprechpartner für Kunden, die ihre Kommunikation grundlegend verändern und den Bedürfnissen der modernen Marketinglandschaft anpassen wollen. Kunden, die am Boden sind, können zu uns kommen, wir machen sie wieder fit für den Wettbewerb.

Mit welchen kreativen Tools wollen Sie das erreichen?
Durch die Digitalisierung haben wir heute mehr denn je die Möglichkeit, globale Marken aufzubauen – und zwar allein auf Basis von Content und Social-Media-Lösungen. Das führt unweigerlich dazu, dass Mobile im Kommunikationsmix noch einmal an Bedeutung gewinnt. Damit müssen sich heute alle Agenturen auseinandersetzen.

Abgesehen von einem Büro in Berlin: Welche Pläne werden Sie dieses Jahr noch vorantreiben?
Wir haben eine ganze Reihe großer, kreativer Projekte für unsere wichtigsten Kunden in der Pipeline. Außerdem wollen wir unsere Social-Media-Expertise in den USA und China mit einem ganz neuen Angebot erweitern. Und wir schauen werden sicherlich auch die Augen offen halten, was weitere Expansionsmöglichkeiten in Form von neuen Standorten betrifft. bu

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