JvM-Vorstand Götz Ulmer "Ich will Jean-Remy obsolet machen"

Freitag, 08. Januar 2016
Götz Ulmer gibt sein Antrittsinterview als Kreativvorstand von Jung von Matt
Götz Ulmer gibt sein Antrittsinterview als Kreativvorstand von Jung von Matt
Foto: Cecil Arp

Die Karriere von Götz Ulmer ist für die Agenturszene so ungewöhnlich wie unspektaktulär: Vor 20 Jahren startete er als Junior Art Director bei Jung von Matt und blieb der Agentur stets treu. Seit 2015 ist er Mitglied des Vorstands und gilt als Nachfolger von Deutschlands berühmtestem Werber Jean-Remy von Matt. Im exklusiven Antrittsinterview erklärt Ulmer, warum diese Rolle eigentlich nicht zu ihm passt. An dieser Stelle präsentieren wir Auszüge aus dem Gespräch.

Götz Ulmer über

...seine neue Rolle und die Erwartungen der Mitarbeiter:
"Ich spüre, dass die Mitarbeiter plötzlich eine andere Erwartungshaltung haben. Allerdings kann ich da keine Entwarnung geben: Ich werde mich kein Stück ändern. Ich werde jetzt nicht plötzlich "vorstandsmilde", sondern bleibe – laut Meinung anderer – einfach derselbe unangepasste, eigenwillige, meinungsstarke, perfektionistische, süddeutsche und somit leider auch emotionale Spacken wie immer." ... seine ersten Amtshandlungen als Kreativvorstand:
"Wir, und damit meine ich den gesamten Vorstand, machen uns aktuell viele Gedanken darüber, wie wir Jung von Matt für die Zukunft noch besser aufstellen wollen. Brauchen wir eine andere Struktur? Wie schaffen wir es, das verdammte Silo-Denken einzureißen, um noch interdisziplinärer zu arbeiten? Nähere Details kann ich noch nicht verraten. Nur so viel: Es wurden bewusst in der Vergangenheit ein paar Dinge aufgeschoben, bis sich der neue Vorstand konstituiert hat. Insofern gibt es einiges zu tun."

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... die Folgen des Etatverlustes von Mercedes:
"Endlich konnten wir wieder konkret planen und angreifen. Ich habe immer zu Jean-Remy gesagt: Neue Chance, neues Glück. Es hat doch auch viel Momentum, ganz neu aussuchen zu können. Die Etats, die 2015 dazugekommen sind, geben uns Kraft und ganz neuen Schwung. Wenn es Rock’n’Roll ist, ist es richtig."

... den Wahrheitsgehalt der Gerüchte, dass Jung von Matt am Kunden Opel gräbt:
"Die Tatsache, dass die einzigartige Automobil-Erfahrung dieser Agentur wieder verfügbar wurde, hat zu erfreulich viel Interesse geführt. Auch bei diversen Autobauern mit vier Buchstaben."

... sein Angriffsziel nach der Award-Pause:
"Platz 1 ist nicht unbedingt Pflicht. Aber aufs Treppchen gehören wir schon hin! Und das am liebsten mit Arbeiten auf unseren großen Etats wie Edeka, Vodafone, DHL und Obi. Schließlich schimpft sich das hier eine Kreativagentur."

...seine Rolle, wenn sich Jean-Remy von Matt zurückzieht:
"Dann sehe ich mich natürlich in der Position, für die kreative Weiterentwicklung von Jung von Matt zu sorgen. Wahrscheinlich werde ich das gemeinsam mit einem Partner machen. Wer das sein könnte, wird sich noch herausstellen. Grundsätzlich funktioniere ich mit einem Sparringspartner."

... seine Vorsätze für 2016:
"Ich will Jean-Remy obsolet machen und mir wieder die Haare wachsen lassen."
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