"Is mir egal" Wie Jung von Matt und BVG den Shitstorm in einen Viral-Hit verwandeln

Freitag, 11. Dezember 2015
BVG und Jung von Matt legen den Viralhit "Is mir egal" neu auf
BVG und Jung von Matt legen den Viralhit "Is mir egal" neu auf
Foto: Jung von Matt
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BVG Jung von Matt YouTube Dörte Spengler-Ahrens EDEKA


Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert: An dieses Sprichwort dürften die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gedacht haben, als sie gemeinsam mit Jung von Matt/Elbe den Viralhit "Is mir egal" von Youtube-Star Kazim Akboga umgedichtet und in ein selbstironisches Musikvideo verwandelt haben. Der Clip darf als Reaktion auf den Shitstorm betrachtet werden, den sich die BVG im Frühjahr mit der Imagekampagne #WeilWirDichLieben eingehandelt hat.
Es war ein Schuss, der nach hinten losging: Im Januar rief die BVG ihre Kunden in den sozialen Netzwerken dazu auf, die "schönsten Momente" mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln zu teilen. Doch statt sich Lobeshymnen von zufriedenen Fahrgästen abzuholen, gab es viel Häme und Spott über verspätete Züge, schlechten Service oder die Barrieren für Rollstuhlfahrer. Fast ein ganzes Jahr lang hat es gedauert, bis das Unternehmen die richtige filmische Antwort auf all die Nörgler gefunden und dazu gemeinsam mit Agenturpartner Jung von Matt einen echten Youtube-Hit recycelt hat: "Is mir egal" von Youtube-Star Kazim Akboga, das in einem Jahr fast 13 Millionen Klicks gesammelt hat (siehe unten). Anstelle von skurrilen Alltagsproblemen rappt der als Fahrkartenkontrolleur verkleidete Akboga - im "echten" Leben übrigens selbst Werbetexter - für die BVG jetzt von all den Dingen, die man in den Bussen, U- und S-Bahnen in der Hauptstadt so zu sehen bekommt: Laute Musik, Menschen, die die Züge für ihren Umzug nutzen, bärtige Ladys oder als Hai verkleidete Hunde. Alles ist dem Protagonisten egal - außer Fahrgäste, die kein gültiges Ticket dabei haben.
Mit anderen Worten: Die BVG unternimmt mit dem vor witzigen Details nur so strotzenden Musikvideo einen neuen Versuch, ihren Kunden zu zeigen, dass sie sie so nimmt, wie sie sind - und behält dabei auch den Claim "Weil wir dich lieben" bei, der Anfang des Jahres noch für so viel Unmut gesorgt hat. Eine durchaus mutige und konsequente Entscheidung, die sich lohnen dürfte. Schließlich hat der minimalistische Rap-Song in seiner thematischen Neuauflage absolut das Zeug zum Viral-Hit. Und damit kennt sich Jung von Matt ja aus - man denke nur an die beiden großen Würfe für Edeka "Heimkommen" und "Supergeil".

Auf Agenturseite zeichnen Dörte Spengler-Ahrens (Managing Director Kreation), Marielle Heiß (Senior-Art-Direktion) und Bastian Tripp (Senior Copywriter) verantwortlich. Die Produktion der Musik übernahmen Julian Krohn und Klaas Nocken von Jung von Matts Musikagentur White Horse Music. tt
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