Joint Venture Innogy C3 startet in heikler Phase

Donnerstag, 15. Februar 2018
Innogy-Manager Cord Dreyer steuert das Joint Venture inhaltlich
Innogy-Manager Cord Dreyer steuert das Joint Venture inhaltlich
© Innogy

Bei Innogy ist derzeit viel in Bewegung. Nachdem kurz vor Weihnachten der ausgabefreudige CEO Peter Terium entlassen wurde, sortiert sich der Energiekonzern neu. Alles steht auf dem Prüfstand, oberste Priorität hat Kostendisziplin. Die noch von Terium verkündete Gewinnwarnung hat sämtliche Stakeholder aufgeschreckt. Interims-Chef Uwe Tigges sowie der künftige hauptamtliche CEO werden also nicht zuletzt damit beschäftigt sein, nach Einsparpotenzialen zu suchen.
In diesem Umfeld geht nun die von Innogy zusammen mit C3 gestartete Gemeinschaftsfirma offiziell an den Start. Unter dem Namen Innogy C3 haben die beiden Partner eine Agentur gegründet, die sich exklusiv um die digitale Kommunikation der RWE-Ausgründung für die Energiewende kümmert. Nicht zuletzt unter Kostengesichtspunkten passt der neue Anbieter gut zu den Vorgaben. "Mit dem Joint Venture können wir externe Agenturen oft zum halben Marktpreis ablösen – bei besserer Qualität", sagt Cord Dreyer, Leiter des Digital Communications Hub (DCH) bei Innogy, der den Ableger inhaltlich führt und steuert. Von C3-Seite hat Geschäftsführer Burkhard Tewinkel den Hut auf. Bei ihm liegt die unternehmerische Führung. Das operative Geschäft verantwortet Marcus Bilgeri, der zuvor für Havas tätig war.
C3-Geschäftsführer Burkhard Tewinkel hat die unternehmerische Verantwortung
C3-Geschäftsführer Burkhard Tewinkel hat die unternehmerische Verantwortung (© C3)
Die auf Content Marketing spezialisierte Agenturgruppe hält 74,9 Prozent der Anteile, der börsennotierte Energiekonzern ist mit 25,1 Prozent beteiligt. Das Besondere an dem Modell ist die enge Verzahnung mit der internen Kommunikation. Rechtlich handelt es sich zwar um eine eigene Gesellschaft, operativ funktioniert Innogy C3 aber wie eine Mischung aus maßgeschneiderter externer und Inhouse-Agentur, die Aufgaben in der Unternehmens-, Marketing- und Produkt-Kommunikation wahrnimmt. Vor dem Start von Innogy C3 hat das Energieunternehmen mit mehr als 30 Agenturen zusammengearbeitet. In der neuen Konstellation will man diesen Pool deutlich verkleinern und immer mehr bislang extern bezogene Dienstleistungen selbst erbringen, indem man möglichst viel Know-how intern verankert.

Die dafür gewählte Aufstellung mutet auf den ersten Blick recht kompliziert an. Auf Konzernseite sind zwei Abteilungen mit zusammen 35 Mitarbeitern involviert: Zum einen das von Dreyer geführte DCH, das die digitale Kommunikation über Website und Social Media steuert und die interne Kommunikation verantwortet. Auch die Content Strategie wird hier entwickelt. Zum anderen die Einheit International Digital Channels (IDC). Sie ist für die technische Umsetzung verantwortlich. IDC-Chef Nicolas Karck gehört wie Dreyer der Geschäftsführung von Innogy C3 an. Zusätzlich zu den 35 Leuten bei Innogy arbeiten in dem Joint Venture 50 Angestellte.

Maßgeschneiderte Agenturen liegen im Trend. Mit solchen Modellen arbeiten unter anderem Mercedes-Benz, Jaguar, McDonald's, Thyssen-Krupp und Media-Markt. C3-Manager Tewinkel sieht allerdings einen gravierenden Unterschied zu deren Ansatz: "Unser Joint Venture geht weit über die bisher bekannten Customized-Agency-Konzepte hinaus, die sich in der Regel auf die gemeinsame Entwicklung und Umsetzung klassischer Werbung beschränken. Wir bauen hier gemeinsam eine echte hybride Agentur über den gesamten Wertschöpfungsprozess der digitalen Kommunikation."

Um die klassische Werbung von Innogy kümmert sich die Agentur Scholz & Friends. Deren Mandat ist unberührt von der Neuaufstellung in der digitalen Kommunikation mit dem Joint Venture. mam

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