Jahresbilanz Grey meldet Umsatzwachstum – trotz Allianz-Verlust

Dienstag, 09. Dezember 2014
Grey-Chef Dickjan Poppema
Grey-Chef Dickjan Poppema
Foto: Grey

Die deutsche Grey-Gruppe hat eigenen Angaben zufolge den Umsatz im Jahr 2014 um 4 Prozent steigern können. Konkrete Zahlen nennt die von CEO Dickjan Poppema geführte WPP-Tochter aufgrund der Vorgaben der Muttergesellschaft nicht. Mit den 27 neu gewonnenen Mandaten und bestehenden Kunden sei es aber gelungen, das Geschäft auszubauen, sagte Poppema bei der Jahrespressekonferenz am heutigen Dienstag in Düsseldorf.
In die Bilanz ist der Verlust des wichtigen Kunden Allianz allerdings nur zum Teil eingerechnet. Grey war bis zum 30. September dieses Jahres für den Versicherungskonzern tätig, danach übernahm die WPP-Schwester Ogilvy & Mather die Betreuung. Der Großteil des Umsatzes, den Grey mit der Allianz erzielt hat, wird also erst im kommenden Jahr in den Büchern fehlen. Dennoch plant CEO Poppema auch für 2015 Wachstum. Nach Procter & Gamble war die Allianz der zweitgrößte Auftraggeber der Agentur. Wegen des Etatverlusts hat Grey zwölf Stellen gestrichen und beschäftigt gruppenübergreifend aktuell 362 Mitarbeiter. Zu den hinzugewonnenen Mandaten gehören gruppenübergreifend Fendt, Novartis, Panasonic, Sixt Neuwagen, Utilis, Swarovski, „Rheinische Post“, „Welt am Sonntag“ und eine Sparte von Thyssen-Krupp. Der größte neue Auftrag kommt laut Auskunft von Poppema von Volvo. Hier begleitet die Agentur eigenen Angaben zufolge die Markteinführung des überarbeiteten SUV-Modells XC90 und kümmert sich dabei um die klassische Werbung. Die Kampagne soll Anfang kommenden Jahres sichtbar werden. Die europäische Leadrolle für Volvo hat Grey London, in Deutschland arbeitet das Unternehmen auch mit der Agentur Havas in München zusammen.

Schwächer ausgefallen als im Vorjahr ist 2014 die Marge. Sie ist laut Poppema nur noch einstellig. Als Grund nennt er die hohen Investitionen für den Allianz-Pitch sowie für die Teilnahme an der aktuellen Ausschreibung der Deutschen Bank. Zudem habe der Umzug der Grey Healthcare Group nach Düsseldorf Geld gekostet. Im kommenden Jahr will der CEO wieder eine zweistellige Umsatzrendite erzielen. Ebenfalls hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist die Kreativbilanz. Zwar konnte sich Grey mit Erfolgen in Cannes und beim Clio wieder in den Top 25 der Rankings platzieren, eigentlich wollte die Agentur aber schon weiter sein. Das ursprünglich ausgegebene Ziel, bereits 2014 in den Top 10 zu stehen, hatte Grey frühzeitig kassiert. Jetzt soll Kreativchef Fabian Kirner dieses Ziel 2015 erreichen.

Zur deutschen Grey-Gruppe gehören die Agenturen Grey Worldwide (Düsseldorf, Berlin, München), Grey Shopper, Grey Media, Grey Works, Gramm sowie die Design-Unit KW 43. Seit Oktober verantwortet Digitalchef André Schieck als Deputy CEO das gesamte Beratungsgeschäft am Standort Düsseldorf. Sein Ziel ist es, die Zusammenarbeit der einzelnen Einheiten auszubauen. Unter seiner Federführung beschäftigt sich die Agenturgruppe derzeit unter anderem mit Innovationsprojekten wie "Grey Store", einem Smartphone-basierten Shopping- und Werbekonzept für den Lebensmitteleinzelhandel. Dazu finden erste Gespräche mit der Rewe-Gruppe statt. Ebenfalls in Planung ist eine Studie zur Zukunftsfähigkeit von Marken. Hier kooperiert Grey mit TNS Infratest und dem Markenverband. Die Untersuchung soll im Frühjahr vorgestellt werden. mam      
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