Jahresbilanz 2017 Publicis verliert Umsatz in Deutschland und will Gewinnziele überprüfen

Donnerstag, 08. Februar 2018
CEO Arthur Sadoun präsentiert die Bilanz von Publicis für das Jahr 2017
CEO Arthur Sadoun präsentiert die Bilanz von Publicis für das Jahr 2017
© Arthur Delloye

Die französische Werbeholding Publicis hat die Zahlen für das Jahr 2017 vorgelegt. Weltweit kann der Konzern den Umsatz um 0,8 Prozent auf 9,69 Milliarden Euro steigern. In Deutschland fällt die Bilanz allerdings deutlich schlechter aus. Hier steht ein Minus von fast 7 Prozent in den Büchern. Gleichzeitig kündigt Publicis an, die 2013 festgelegten ambitionierten Gewinnziele zu überprüfen.
Das Jahr 2017 stand bei Publicis weiter im Zeichen des Umbaus. Neben der Integration von Sapient und der Umsetzung des Modells "Power of One", bei dem einzelne Agenturmarken wie Publicis Worldwide, Leo Burnett und Saatchi & Saatchi enger zusammenrücken sollen, gab es zum 1. Juni auch einen Wechsel an der Konzernspitze. Arthur Sadoun löste den langjährigen CEO Maurice Lévy ab, der den Vorsitz des Kontrollgremiums übernahm.
Jetzt präsentiert Sadoun zum ersten Mal die Jahresbilanz. Das Umsatzwachstum von 0,8 Prozent ist weiterhin deutlich von früheren Zuwachsraten der Gruppe entfernt. Dennoch zeigt sich Sadoun zufrieden: "Trotz des allgemein schwierigen Umfelds und der Tatsache, dass sich die Gruppe in einer eigenen Transformationsphase befindet, zeigt die Qualität unserer Ergebnisse die Stärke und die Fähigkeit von Publicis, sich an die tiefgreifenden Veränderungen in unserer Branche anzupassen. Die Gruppe ist stärker als vor einem Jahr", erklärt der CEO.
Maurice Lévy mit seinem designierten Nachfolger Arthur Sadoun
© Publicis

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Das allgemeine Konjunkturumfeld in den USA und Europa - den wichtigsten Märkten für Publicis - ist derzeit allerdings nicht schwierig, sondern ziemlich gut. Gleichwohl ist die Situation für die großen Werbekonzerne problematisch. Sie alle haben im vorigen Jahr deutlich an Börsenwert verloren. Zu kämpfen haben Publicis, WPP, Omnicom und Co nicht zuletzt mit den Angriffen aus dem Lager der großen IT-Beratungen, die im digitalen Geschäft immer stärker zu Konkurrenten werden. Publicis setzt dem das Angebot seiner Tochter Sapient entgegen und konnte damit zuletzt einige Erfolge verbuchen, unter anderem bei McDonald's und Carrefour.

Die Holding konnte im 4. Quartal wieder stärker zulegen als zuvor. Das Umsatzwachstum für den Zeitraum Oktober bis Dezember beträgt 2,2 Prozent - nach 1,2 Prozent im 3. Quartal, 0,8 Prozent im 2. Quartal und einem Umsatzminus von 1,2 Prozent im 1. Quartal. Über das Gesamtjahr hinweg wächst die Gruppe organisch um 0,8 Prozent. Im wichtigen US-Markt liegt das Plus bei 0,5 Prozent, in Europa bei 1,3 Prozent. Während sich hier Länder wie Großbritannien und Italien gut entwickelt haben und der Heimatmarkt Frankreich leicht zulegen konnte, ist der Umsatz in Deutschland eingebrochen. Hier verliert Publicis fast 7 Prozent. Die Holding begründet dies mit einem "sehr ungünstigen Vergleichszeitraum" und einen schwierigen Werbemarkt, ohne weitere Details zu nennen.
„Die Gruppe ist stärker als vor einem Jahr.“
Arthur Sadoun
Für besondere Aufmerksamkeit nicht zuletzt bei den lokalen Agenturmanagern dürfte sorgen, dass Publicis ankündigt, seine 2013 definierten Gewinnziele zu überprüfen - und möglicherweise nach unten korrigieren will. D
ie Holding hatte sich seinerzeit vorgenommen, bis 2018 eine Marge zwischen 17,3 und 19,3 Prozent zu erzielen. Von diesem Ziel verabschiedet man sich nun allem Anschein nach. "Die 2013 gesetzten Ziele müssen noch einmal überprüft werden", schreibt der Konzern im Ausblickskapitel der Bilanz für 2017. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag die Marge bei 15,5 Prozent.

Für 2018 plant Publicis, Umsatz und Marge weiter zu steigern. Konkrete Wachstumsziele in Prozent nennt die Gruppe nicht. mam
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