Interpublic Einstieg von Hedgefonds treibt Verkaufsgerüchte

Freitag, 25. Juli 2014
Weiter unabhängig? Interpublic-CEO Michael Roth (Foto: Interpublic)
Weiter unabhängig? Interpublic-CEO Michael Roth (Foto: Interpublic)

Nach dem geplatzen Merger zwischen Omnicom und Publicis bahnt sich womöglich ein anderer Mega-Deal in der Agenturbranche an. Diesmal sind es Vorgänge um die US-Werbeholding Interpublic, die die Verkaufsgerüchte anheizen. Grund dafür ist der Einstieg des Finanzinvestors Elliott Management, der vor kurzem 6,7 Prozent der Anteile an Interpublic erworben hat. In einer offiziellen Stellungnahme erklärt Elliott, dass man mit der Führung des Werbekonzerns über Möglichkeiten sprechen wolle, den Shareholder Value zu maximieren. Beobachter werten dies als Anzeichen für einen möglichen Verkauf der Muttergesellschaft von Agenturen wie McCann, FCB, Lowe sowie Universal McCann und Initiative. Gleichzeitig dürfte es Elliott darum gehen, die Gewinnsituation von Interpublic zu verbessern. Das Unternehmen liegt mit einer operativen Marge von knapp über 9 Prozent (2013) deutlich hinter Wettbewerbern wie WPP, Omnicom und Publicis, die zwischen 13 und 15 Prozent erreichen.

Als heißester Kandidat für einen Kauf von Interpublic wird die japanische Werbeholding Dentsu gehandelt. Hier würde sich das Angebot sowohl regional als auch inhaltlich am besten ergänzen, so die Einschätzung von Experten und Analysten. Dentsu dominiert den japanischen Markt, will aber auch in anderen Regionen stärker Fuß fassen. Dazu hatte das Unternehmen im vorigen Jahr die britische Werbeholding Aegis mit den Mediaagenturen Carat und Vizeum übernommen.

Auch Publicis wird von einigen Beobachtern als möglicher Kaufinteressent gehandelt. CEO Maurice Lévy hatte aber erst Anfang der Woche bei der Vorlage der Zahlen für das 2. Quartal betont, dass für sein Unternehmen Mega-Akquisitionen auf absehbare Zeit nicht infrage kommen. Stattdessen wolle man sich auf ausgewählte Übernahmen vor allem im Digitalbereich und in Wachstumsmärkten konzentrieren. Eine ähnliche Strategie verfolgt WPP-Chef Martin Sorrell.

Interpublic erreicht derzeit einen Börsenwert von rund 8,5 Milliarden US-Dollar (6,33 Milliarden Euro). Für das 1. Halbjahr 2014 weist die Holding einen Umsatz von 3,5 Milliarden Dollar und eine operative Marge von 5,3 Prozent aus. An der Spitze des Konzerns steht CEO Michael Roth. mam

Update: Inzwischen liegt ein offizielles Statement von Interpublic vor. Darin betont das Unternehmen seine guten Beziehungen zu Investoren. Man treffe sich regelmäßig mit den Anteilseignern und sei in diesem Zusammenhang natürlich auch für einen Dialog mit Elliott Management offen, um deren Perspektive zu beurteilen.
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