Innogy JvM/Brand Identity gestaltet Erscheinungsbild der neuen RWE-Marke

Donnerstag, 28. Juli 2016
Das Logo ist flexibel und bietet Spielraum für veränderbare Brand Icons
Das Logo ist flexibel und bietet Spielraum für veränderbare Brand Icons
Foto: Jung von Matt/Brand Identity

In wenigen Tagen ist es so weit: Dann begibt sich der Energiekonzern Innogy mit einer spektakulären Virtual-Reality-Installation auf Europatournee, um zunächst seinen 40.000 Mitarbeitern, später dann auch den Endverbrauchern seine neue Marke zu präsentieren.

Wie bereits Ende Juni angekündigt, bündelt RWE sein nationales und internationales Geschäft mit erneuerbaren Energien, Netz und Vertrieb bei seiner neuen Tochter, die noch in diesem Herbst als Innogy SE an die Börse gehen will. Nur rund ein halbes Jahr hat der 1898 gegründete Konzern gebraucht, um sein Erscheinungsbild radikal zu transformieren. Auf eines legt Sabine Schmittwilken, Leiterin Group Brand Communication von Innogy, dabei besonderen Wert: "Das ist keine Raider-Twix-Geschichte, also bloß ein neuer Name und sonst ändert sich nichts. Innogy steht für etwas Neues, für die innovativen Themen der Energiewirtschaft von morgen."

So sieht das Logo der neuen Energiemarke aus
So sieht das Logo der neuen Energiemarke aus (Bild: Jung von Matt/Brand Identity)
Beim Aufbau der neuen Marke wurden sie und ihr Team von der Hamburger Agentur Jung von Matt/Brand Identity unterstützt. Der Name Innogy, der die Begriffe Innovation, Energie und Technologie vereint, ist allerdings keine Erfindung von JvM: Die Unternehmenssparte für erneuerbare Energien heißt bereits seit 2008 RWE Innogy. In der Endverbraucherkommunikation verschwindet RWE vollständig. Allerdings behält die Muttergesellschaft, die künftig primär als Finanzholding mit rund 60 Mitarbeitern fungiert, diesen Namen. Auch tragen ihn die B-to-B-Töchter RWE Generation und RWE Supply & Trading. "RWE bleibt die Traditionsmarke des Mutterkonzerns und für die konventionelle Stromerzeugung und den Energiehandel", so Schmittwilken. RWE hatte es wie die anderen großen Energiekonzerne in den vergangenen Jahren nicht leicht. Die Energiewende zwang die wichtigen Player zum Umdenken, dabei zählte RWE nicht gerade zu den Pionieren im Bereich erneuerbare Energien. Noch vor einem Jahr sagte Vorstandschef Peter Terium bei der Hauptversammlung in Essen: "Die Krise hat eine neue Dimension erreicht." Er verwies dabei auf die Pläne der Bundesregierung, eine neue CO2-Abgabe für alte Kraftwerke einzuführen. Die disruptive Abkehr von der alten Marke, die mit Braunkohle und Kernenergie assoziiert wird, erscheint vor diesem Hintergrund verständlich. Bleibt die Frage, ob der Neustart gelingen kann.
Die 40.000 Innogy-Mitarbeiter können die neue Markenwelt in einem eigens dafür konzipierten VR-Container virtuell von der Plattform eines Windrads aus erleben
Die 40.000 Innogy-Mitarbeiter können die neue Markenwelt in einem eigens dafür konzipierten VR-Container virtuell von der Plattform eines Windrads aus erleben (Bild: Jung von Matt/Brand Identity)
Optisch erinnert nichts mehr an die alte RWE. Die Welt von Innogy ist bunt, dynamisch und offen für Veränderungen. So suggeriert es die Corporate Identity. Es gibt keine einheitliche Unternehmensfarbe, die CI basiert auf einem Multi-Colour-Konzept. Dabei können bestimmte Farbkombinationen je nach Zielgruppe, Stimmung oder Thema eingesetzt werden. Für die gesamte Kommunikation wurde eine eigene Schrift entwickelt – ihr Name: Innogy. Darüber hinaus sind die Guidelines sehr flexibel: "Wir wollen, dass etwas entsteht. Die CI bietet alle Möglichkeiten für einen Co-Creation-Prozess, bei dem die jeweiligen Länder und Agenturen noch genug Spielraum für eigene, überraschende Lösungen haben", erklärt Markus Bode, Geschäftsführer von Jung von Matt/Brand Identity.

Das eigentliche Logo besteht aus dem Buchstaben "i" wie Innogy. Dabei sind Körper und i-Punkt mit einem gelben Strang verknüpft, den man als Stromkabel interpretieren könnte. Diese Verbindung ist veränderbar und erlaubt die Gestaltung neuer Icons auf Basis des Logos. So wird daraus beispielsweise eine Sonne, ein Blatt oder ein Windrad. Insgesamt gibt es derzeit rund 20 verschiedene Icons, die spielerisch aus der Bildmarke hervorgehen. Sie werden für unterschiedliche Themen in der Unternehmenskommunikation eingesetzt. "Wir bezeichnen die gelbe Verbindung als Initial. Es ist extrem flexibel und lebendig und steht nicht nur für die Themen, die Innogy heute schon besetzt, sondern auch für alles, was in Zukunft noch kommen wird", sagt der Agenturmann Bode.
Die Farbwelt von Innogy ist bunt
Die Farbwelt von Innogy ist bunt (Bild: Jung von Matt/Brand Identity)
Mit welchen Zukunftsthemen sich ihr Unternehmen ganz konkret beschäftigt, lässt Innogy-Managerin Schmittwilken offen. Sie verrät aber, dass Bereiche wie Smart Home und Mobilität für den Energieversorger von großer Bedeutung seien. Zu den bisherigen Wettbewerbern wie Eon, EnBW und Vattenfall gesellen sich Technologiekonzerne wie Google mit ihrer Tochter Nest, Apple, Tesla, Siemens. "Die Megatrends der Energiewirtschaft wie Dekarbonisierung, Dezentralisierung, Digitalisierung und User Em-powerment bieten unternehmerische Chancen für innovative Unternehmen. Dabei spielen auch strategische Kooperationen mit anderen Unternehmen und Start-ups eine wichtige Rolle", sagt Schmittwilken. Alles außer starr, so will sich Innogy positionieren. "Wir starten als Schwergewicht in der Energiewirtschaft und wir haben einen hohen Anspruch an Innovation und neue Geschäftsmodelle. So gesehen sind wir vielleicht das größte Start-up der Welt", stellt die Markenchefin selbstbewusst fest.

Ab 1. September – dem Zeitpunkt der offiziellen Umbenennung von RWE International SE in Innogy – wird eine große Endverbraucherkampagne starten. Dafür ist Scholz & Friends als europäische Leadagentur verantwortlich. Die Berliner Agentur konnte sich den Etat Anfang Juli in einem mehrstufigen Pitch sichern. bu

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