Ice Bucket Challenge Warum ich nicht mitmache

Donnerstag, 21. August 2014
Matthias von Bechtolsheim nach seiner Ice-Bucket-Dusche (Foto: Facebook)
Matthias von Bechtolsheim nach seiner Ice-Bucket-Dusche (Foto: Facebook)

Heimat-Chef Matthias von Bechtolsheim hat mich für die Ice Bucket Challenge nominiert. Ich habe davon durch Kollegen, die bei Facebook aktiv sind, und durch eine E-Mail von ihm erfahren. Die Redaktion hat voller Vor- und vielleicht auch Schadenfreude frohlockt. Und natürlich gleich darüber sinniert, wen ich nominieren sollte. Doch will ich überhaupt teilnehmen? Ich stehe vor einem Dilemma: Wenn ich mich verweigere, gelte ich als Spaßbremse und Spielverderber. Kippe ich mir das Eiswasser über den Kopf, handele ich gegen meine Überzeugungen. Wie also entscheiden? Nach längerer Überlegung komme ich zu dem Entschluss, nicht mitzumachen - auch wenn ich die wenig freundlichen Kommentare im Social Web schon erahne.

Ich erspare den Lesern an dieser Stelle eine längere Abhandlung darüber, was ich von Massenphänomenen dieser Art speziell im Internet halte. Nur so viel: Ich bin nicht bei Facebook oder anderen sozialen Netzwerken aktiv. Das hat seinen Grund. Ich will nicht Teil einer Maschinerie werden, deren Mechanismen mich befremden und die eine Eigendynamik entwickelt, die zum Teil seltsame Blüten treibt.

Um es klar zu sagen: Ich möchte niemandem den Spaß an der Ice Bucket Challenge verderben. Wer da mitmachen will, soll es gern tun. Nur möchte ich mir das Recht vorbehalten, selbst zu entscheiden, was ich tue und die Verantwortung dafür nicht einer Online-Gemeinde, meinen Arbeitskollegen oder Matthias von Bechtolsheim in die Hände legen. Das gilt bei Eiskübeln genauso wie bei Spenden für einen guten Zweck.

Nun könnte man entgegnen: Was soll der ganze Aufriss wegen einer kleinen Spaßaktion Für mich geht es aber um mehr, nämlich um die Frage, wie selbstbestimmt man handelt. Die Beschäftigung mit diesem Thema ist übrigens der letzte Anstoß, den ich brauchte, um den Roman "The Circle" von Dave Eggers zu lesen. Dort wird genau das beschrieben, was mir gerade solch ein Unbehagen bereitet: der Zwang, Teil einer Community zu werden. mam
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