Aktion gegen Hitlers "Mein Kampf" So setzt Ogilvy ein energisches Zeichen gegen Rechts

Montag, 18. Januar 2016
Das Buch erscheint mit elf verschiedenen Covern
Das Buch erscheint mit elf verschiedenen Covern
Foto: Ogilvy / Gesicht zeigen!

Seit 1. Januar darf die jahrzehntelang in Deutschland verbotene Hitler-Hetzschrift „Mein Kampf“ hierzulande theoretisch wieder verlegt werden. Das allein ist schon schlimm genug - die aktuelle gesellschaftspolitische Stimmung sorgt dafür, dass der Zeitpunkt geradezu zynisch erscheint. Die Agentur Ogilvy und der Verein Gesicht Zeigen! wollen deshalb ein energisches Zeichen gegen Rechts setzen und haben gemeinsam das Buchprojekt "Mein Kampf - gegen Rechts." realisiert.

Elf Menschen beschreiben darin ihren persönlichen Kampf gegen rechtes Gedankengut und rechte Gewalt. Schauspielerin Iris Berben und Blogger Sascha Lobo haben Geleitworte beigesteuert, Liedermacher Konstantin Wecker schrieb einen Appell. Zu den Unterstützern zählt außerdem der Europa-Verlag, der das Buch in einer Erstauflage von 10.000 Exemplaren druckt. Eine Besonderheit dabei ist, dass es mit elf verschiedenen Cover-Varianten erscheint. Die Idee dahinter: Man wolle mit so vielen Titeln wie möglich einen Kontrapunkt gegen die Neuauflage des Hitler-Buches setzen. 

Bei Ogilvy Berlin ist Executive Creative Director Tim Stübane federführend für das Projekt verantwortlich. Er empfindet es als "erschreckend, dass rechtes Gedankengut derzeit auf so viel Zuspruch trifft. Wir wollen auf unsere Art helfen, ein deutliches Zeichen gegen Rechts zu setzen - mit dem, was wir am besten können: Kommunikation."

Voriges Jahr sorgten zwei andere Agenturen ebenfalls mit einer Aktion gegen Rechts für große Aufmerksamkeit und internationale Anerkennung: Grabarz & Partner und GGH Lowe entwickelten für Exit Deutschland die Anti-Nazi-Demo "Rechts gegen Rechts". Stübane sagt, dass er bei diesem Projekt selbst gerne mit an Bord gewesen wäre und er es außerordentlich inspirierend fand. Für ihn steht fest, dass seine Branche geradezu in der Pflicht sei, sich mit kreativen Ideen gegen die wachsende Ausländerfeindlichkeit zu engagieren.

Das Pro-bono-Projekt für den Verein "Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland" wurde standortübergreifend bei Ogilvy realisiert: Idee, Planung und Konzeption kommen aus Berlin, Social Media und Website wurden von Ogilvy One in Frankfurt entwickelt, die Pressearbeit übernimmt Ogilvy Public Relations in Düsseldorf. Vom Erlös eines jeden Buches geht 1 Euro an Gesicht Zeigen. Deren Vorstandsvorsitzender Uwe-Karsten Heye erklärt: "Wir hoffen, dass die Menschen in ,Mein Kampf - gegen Rechts’ unsere Leserinnen und Leser dazu inspirieren, selbst weltoffen zu fühlen, zu denken und zu handeln. Die Möglichkeiten für eine humane Gesellschaft den Kampf aufzunehmen sind vielfältig." 

Begleitet wird das Buch von einer integrierten Kampagne mit Fokus auf PR und digitalen Werbemaßnahmen. Daneben sind Out-of-Home-Schaltungen, Lesungen und Live-Aktionen geplant. bu

Eine von elf Covervarianten von "Mein Kampf - gegen Rechts"
Eine von elf Covervarianten von "Mein Kampf - gegen Rechts" (Bild: Ogilvy)
Eine von elf Covervarianten von "Mein Kampf gegen Rechts"
Eine von elf Covervarianten von "Mein Kampf gegen Rechts" (Bild: Ogilvy)
In dem Buch beschreiben elf Protagonisten ihren Kampf gegen rechte Gewalt und rechtes Gedankengut
In dem Buch beschreiben elf Protagonisten ihren Kampf gegen rechte Gewalt und rechtes Gedankengut (Bild: Ogilvy)

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