Hidden Heroes Mokoh Music - Preisgekrönter Sound aus der Berliner Hutfabrik

Dienstag, 21. Juli 2015
Stephan Moritz, Geschäftsführer von Mokoh Music
Stephan Moritz, Geschäftsführer von Mokoh Music
Foto: Mokoh Music
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Nach 27 Kilometer, Studio 206 und Whitevoid folgt heute der vierte und letzte Teil der kleinen HORIZONT-Serie über die noch eher unbekannten Macher hinter den deutschen Goldarbeiten in Cannes. Diesmal im Porträt: die Berliner Musikproduktion Mokoh Music, die die Audiobearbeitung für "The Berlin Wall of Sound" verantwortet.
Er war der Erste, der von dem Grand-Prix-Gewinn erfahren hatte: Als Mitglied der diesjährigen Radiojury in Cannes musste Stephan Moritz, Geschäftsführer der Berliner Musikproduktion Mokoh Music, für die finale Abstimmung den Raum verlassen. Nach langen 45 Minuten überbrachten ihm seine Mitjuroren die freudige Nachricht. „Dieser Moment war wahrscheinlich der beste in meiner beruflichen Karriere“, erinnert sich Moritz. Zusammen mit Studio206 verantwortet Mokoh die Audiobearbeitung für die Soundcloud-Kampagne "The Berlin Wall of Sound". 2010 hat Moritz, damals noch Studioleiter von Studio Funk in Berlin, zusammen mit Jan-Eric Kohrs Mokoh Music gegründet. Aus ihren Nachnamen ist das Label und der Musikverlag mit angeschlossenen Produktionshäusern für Musik entstanden. "Bis 2012 war es eher ein Hobby", so Moritz. Anfang 2012 hörte er bei Studio Funk auf und konzentriert sich seitdem auf seine eigene Musikproduktion.
Von den Büroräumen in der ehemaligen Hutfabrik aus war er schon an so einigen Cannes-Gewinnerarbeiten beteiligt, wie zum Beispiel „Mini Kiosk“ für Coca-Cola (Ogilvy, Berlin) und „The Social Swipe“ für Misereor (Kolle Rebbe). Von daher ist der 37-Jährige quasi schon ein alter Hase im Löwenzirkus von Cannes. Der Gewinn des Grand Prix hat aber auch ihn umgehauen. „Radio ist die Kategorie, bei der man als Musik- und Soundproduktion am meisten gefordert ist und anders als bei Film nicht nur einen Teil des großen Ganzen liefert“, so Moritz. Daher seien die Löwen mit „The Berlin Wall of Sound" für ihn die wertvollsten.

Moritz versteht sein Unternehmen als Schnittstelle zwischen der Werbe-, Film- und Musikindustrie. In den Fernseh- Werbeblöcken trifft man aktuell auf einige Arbeiten von Mokoh – beispielsweise für Smart, Adelholzener, Hohes C und DKMS, deren Kreation ebenfalls Grey Berlin verantwortet. Und wer erinnert sich noch an „Wetten, dass..?“ Als Markus Lanz 2012 die ZDF-Kultshow übernommen hatte, überarbeiteten die Berliner deren gesamte Musik und das Soundpaket. Mokoh Music beschäftigt derzeit vier feste Mitarbeiter und zahlreiche Freelancer. jm

Andere bisherige Arbeiten von Mokoh:

(Kreation: BBDO)

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