Heimat Wie die FDP Pop-up-Wahlkampf in Berlin macht

Dienstag, 30. August 2016
Die FDP machte Wahlkampf vor dem Berghain
Die FDP machte Wahlkampf vor dem Berghain
Foto: FDP
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Knapp drei Wochen vor der Wahl am 18. September intensiviert die FDP den Kampf um das Berliner Abgeordnetenhaus. Dabei setzen die Liberalen und ihre Agentur Heimat neben klassischen Wahlplakaten auf Guerilla-Marketing: Mit ironisch betexteten Pop-up-Plakaten tauchten die Freien Demokraten an Orten der Hauptstadt auf, die jeweils für ein gravierendes Problem der Hauptstadt stehen: Bildungsnotstand, Sicherheit und überbordende Bürokratie.
So bekamen die wartenden Gäste vor dem Technoclub Berghain zu lesen: "Chemieunterricht darf nicht erst nach 24 Uhr stattfinden. Mehr Lehrer für Berlins Schulen" - eine Anspielung auf den Konsum synthetischer Drogen, der den Berghain-Besuchern gerne nachgesagt wird.
(Bild: FDP)
Ein weiteres Motiv platzierte die FDP am Kottbusser Tor in Kreuzberg, das als Brennpunkt von Gewalt und Kriminalität gilt. Auf dem Plakat war zu lesen: "Wenn Ihnen der Kotti nachts Angst macht, besuchen Sie tagsüber mal die Grundschulen in Hellersdorf." Diese gelten gemeinhin als soziale Brennpunkte. Zudem ist Berlin bundesweit Schlusslicht in Sachen Bildung und auch der Unterrichtsausfall ist für die Hauptstadt ein großes Problem.
(Bild: FDP)
Auch vor dem Pop-Up-Store von Kanye West, den der Rapper für zwei Tage in der Hauptstadt eröffnete, machte die FDP Wahlkampf: "Wenn du denkst, das hier ist eine lange Schlange, warst du noch nie im Bürgeramt", stand auf dem Motiv, das den Wartenden vor dem provisorischen Shop präsentiert wurde.
(Bild: FDP)
Die Motive waren jeweils nur für relativ kurze Zeit sichtbar und sind somit nicht vergleichbar mit klassischen Wahlkampfplakaten, die mehrere Wochen präsent sind. Allerdings bekommt die Guerilla-Kampagne durch die Shares in sozialen Netzwerken und die mediale Berichterstattung eine ganz andere Aufmerksamkeit. Gleiches gilt auch für die Startup-Kampagne, die Heimat im Juli für die FDP umgesetzt hatte. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen gibt sich die FDP relativ traditionell, wobei auch dort mit markigen Sprüchen geworben wird, um so ein Zeichen gegen das Erstarken der Alternative für Deutschland zu setzen. ire
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