Heimat Berlin Wie die FDP nach dem Brexit-Votum um Londons Startup-Szene buhlt

Dienstag, 05. Juli 2016
Das FDP-Mobil fährt durch London
Das FDP-Mobil fährt durch London
Foto: Heimat Berlin
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Die mehrheitliche Zustimmung der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union hält Europa in Atem. Noch sind die wirtschaftlichen Folgen des "Brexit" nicht abzusehen - die FDP will dennoch schon jetzt Kapital aus der Entscheidung schlagen. Dafür ziehen die Freidemokraten am heutigen Dienstag mit einem mobilen Plakat durch die Innenstadt Londons.
"Dear start-ups, keep calm and move to Berlin", ist darauf zu lesen. Die Idee zu der Guerilla-Kampagne hatte die Berliner Agentur Heimat, die seit knapp zwei Jahren für den Bundesauftritt der FDP verantwortlich ist. Seither haben die Berater und Kreativen von Heimat ein neues Logo für die Partei entwickelt und auch schon recht unkonventionelle Kommunikationsmaßnahmen umgesetzt.
Seitdem die FDP vor drei Jahren aus dem Bundestag flog, ist die Partei mit der Schärfung ihres Profils beschäftigt. Das Startup-Thema ist dem Parteivorsitzenden Christian Lindner dabei offensichtlich ein wichtiges Anliegen. So setzte er sich vor einigen Monaten bei einer Veranstaltung in Frankfurt für eine andere Gründer-Mentalität in Deutschland ein"Die Grundvoraussetzung in Deutschland stimmt nicht, um eine größere Gründungsdynamik zu bekommen", so Lindner damals. Diese Positionierung soll mit der Startup-Kampagne in London erneut unterstrichen werden: "Für die deutsche Start-up-Szene sind die Freien Demokraten die Interessenvertreter Nummer eins. Wie kaum eine andere Partei setzen sie auf eine lebendige und stetig wachsende Gründungskultur", heißt es in einer Heimat-Mitteilung zu der Aktion. Die FDP und ihr Chef haben bei Gründern in der Tat ein hohes Standing: Laut "Deutscher Startup-Monitor 2015" würde die FDP als stärkste Kraft den Kanzler stellen, wenn nur Start-up-Gründer an Bundestagswahlen teilnähmen.
Die Gründer von Freeletics
Bild: Unternehmen

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Inwieweit Großbritannien vom Austritt aus der Europäischen Union - so er denn umgesetzt wird - tatsächlich Schaden nehmen würde, muss sich zeigen. Allerdings könnte eine kurzfristige Folge des Votums sein, dass andere europäische Wirtschaftsstandorte vom Votum der Briten profitieren. Insbesondere Berlin wäre hier zu nennen, das bereits jetzt über eine vitale Startup-Szene verfügt. ire
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