Havas Bolloré-Gruppe strebt Mehrheit bei französischer Agenturholding an

Montag, 20. Oktober 2014
Havas-Chef Yannick Bolloré wird wohl bald die Mehrheit der Havas-Aktien kontrollieren
Havas-Chef Yannick Bolloré wird wohl bald die Mehrheit der Havas-Aktien kontrollieren
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Der französische Mischkonzern von Vincent Bolloré bittet die kleineren Investoren der Havas-Holding zum Aktientausch. Im Angebot sind neun Bolloré-Aktien gegen fünf Havas-Aktien nebst einer Prämie von 19,5 Prozent. Die Tauschaktion wird im Dezember starten und soll Mitte Januar abgeschlossen sein. Wie britische und US-amerikanische Fachmedien berichten wird erwartet, dass Bolloré danach die Mehrheit von über 50 Prozent der Havas-Aktien kontrollieren wird.

Aktuell hält die Bolloré-Gruppe 36,2 Prozent der Anteile an Havas und ist damit seit zehn Jahren der größte Einzelaktionär des Mutterkonzerns der Werbenetzwerke Havas (ehemals Euro RSCG), Arnold und der Mediaagenturgruppe Havas Media sowie diverser PR-Agenturen. Im Januar übernahm Bollorés Sohn Yannick als CEO die Führung der Havas-Holding. Wie der Finanzchef der Bolloré-Gruppe Cédric de Bailliencourt erklärt, soll durch diese Transaktion unter anderem die internationale Präsenz von Havas aufgepolstert werden. "Sie könnten zum Beispiel unsere Basen in Afrika und Asien nutzen. Wir können Bolloré-Resourcen bereitstellen, um die Internationalisierung von Havas zu beschleunigen."

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Ob der Aktientausch und die damit verbundene beschleunigte Internationalisierung von Havas von langer Hand geplant war, ist unklar. In jedem Fall kommen sie zum richtigen Zeitpunkt, denn wie vergangenen Freitag bekannt wurde, wird das Medianetzwerk Havas Media schon ab Januar den globalen Mediaetat des Telekommunikationsanbieters Telefónica übernehmen. Der spanische Konzern hatte sein globales Mediabudget in Höhe von 500 Millionen Euro zwar im Juli nach einem monatelangen Pitch an die Publicis-Tochter Zenith Optimedia vergeben, diesen Vertrag aber überraschend platzen lassen und stattdessen Havas Media ins Boot geholt.

Den immer wieder laut werdenden Gerüchten, dass Großinvestor Bolloré den Agenturkonzern zerschlagen oder an eine andere Holding verkaufen werde, tritt de Bailliencourt indes entschieden entgegen: "Für uns steht fest, dass wir Havas nicht verkaufen oder an jemand anderen transferieren wollen." ejej

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