"Hass hilft" Pro Hasskommentar 1 Euro - Die unfreiwillige Spendenaktion für Flüchtlinge

Samstag, 24. Oktober 2015
Einen Euro pro Hasskommentar - die neue Aktion von ZDK
Einen Euro pro Hasskommentar - die neue Aktion von ZDK
Foto: Hasshilft.de

Die Erfolgskampagne "Rechts gegen Rechts" geht weiter: "Hass hilft" heißt die neue Aktion von Grabarz & Partner für das Zentrum Demokratische Kultur (ZDK) in Berlin, bei der statt marschierender Nazis nun Verfasser von Hasskommentaren im Internet unfreiwillig für Flüchtlingsprojekte und gegen Rechts spenden.
"Es gibt keinen Like vom Führer" lautet das Motto der erneut einfachen wie genialen Aktion. Pro menschenverachtendem Kommentar geht ein Euro an Flüchtlingsprojekte von "Aktion Deutschland Hilft" oder das Nazi-Aussteigerprogramm "Exit Deutschland". "Damit spenden alle Hasser und Hetzer praktisch gegen sich selbst. Zwickmühle, nennt der Fachmann sowas. Denn entweder hören die Online-Hasser auf zu kommentieren. Oder sie sammeln Geld gegen ihre fremdenfeindlichen Interessen", erklären die Macher das Ziel auf der Kampagnenseite Hasshilft.de. Das Geld kommt aktuell vom Pay-TV-Sender Sky, dem FC St. Pauli, dem Radiosender BigFM, dem Online-Portal Fisch+Fleisch und Facebook. Das soziale Netzwerk hatte zuletzt wegen seines Umgangs mit Hasspostings stark in der Kritik gestanden. Aber auch Privatpersonen können sich an den Spenden freiwillig über die Microsite beteiligen.

Die Top 10 der fleissigsten "Spender" führt übrigens ein gewisser Gerhard P. an. Was dieser alles gepostet hat sowie seinen vollen Namen, erfährt man nicht - aus Sicherheitsgründen. Auf einen Internetpranger, wie es "Bild" zuletzt getan hatte, verzichtet die Initiative.

Die Vorgängerkampagne "Rechts gegen Rechts" entpuppte sich für das Agenturduo Grabarz & Partner und GGH Lowe zu einem Awardgaranten. Bei sämtlichen Kreativwettbewerben regnete es Preise. jeb
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