Halbjahresumfrage Stimmung unter Agenturchefs weiterhin gut

Freitag, 17. Juli 2015
Ist mit dem 1. Halbjahr "sehr zufrieden": BBDO-Chef Frank Lotze
Ist mit dem 1. Halbjahr "sehr zufrieden": BBDO-Chef Frank Lotze
Foto: BBDO

Das Werbefestival in Cannes, für viele Agenturen der Kreativ-Höhepunkt des Jahres, ist vorbei. Zeit also, sich wieder auf das Alltagsgeschäft zu konzentrieren – und eine Zwischenbilanz für das 1. Halbjahr zu ziehen. Fast alle der von HORIZONT im Rahmen einer nicht repräsentativen Umfrage angesprochenen Agenturen sind mit der Geschäftsentwicklung zufrieden, einige sogar sehr.
Viele Anbieter verzeichnen ein einstelliges Umsatzplus. Einige berichten von noch höheren Wachstumsraten und rechnen für das Gesamtjahr mit einem zweistelligen Zuwachs. Die aktuelle Situation deckt sich also mit der im Frühjahr vom Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA abgefragten Stimmungslage, als die Agenturen für 2015 ein Umsatzwachstum von 8 Prozent prognostizierten. Euro- und Griechenland-Krise sowie das vergleichsweise bescheidene Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von 0,3 Prozent im 1. Quartal wirken sich derzeit nicht negativ auf die Geschäfte der Werbeagenturen aus.
(Bild: dfv)
Trotz der guten Auftragslage bewerten die meisten Agenturchefs das Neugeschäftsklima eher vorsichtig. Vor allem in den ersten Monaten des Jahres sei es eher ruhig gewesen, zuletzt habe es aber wieder mehr Anfragen gegeben, so der Tenor. In der Tat scheinen bis auf die Ausschreibung bei der Deutschen Bahn (Etathalter: Ogilvy & Mather) derzeit keine ganz großen Etats auf dem Markt zu sein. So konzentrieren sich viele Agenturen auf den Ausbau des Geschäfts mit bestehenden Kunden.

Wo es zu Pitches kommt, sind die Treiber oftmals Budgetumschichtungen zugunsten von Digital- und Content-getriebenen Lösungen. Damit einher geht, dass die Auftraggeber eher in Angebote für die eigenen Plattformen (Owned Media) und Maßnahmen mit Zielrichtung Earned Media investieren – in der Regel zulasten klassischer Bezahlkommunikation. Nichts geändert hat sich laut Auskunft der Agenturen an dem hohen Druck auf die Margen. Es werde immer schwieriger, gutes Geld zu verdienen, so die Meinung der meisten Manager.

Unterschiedlich fallen die Antworten auf die Frage nach der Wertschätzung für die Arbeit der Dienstleister aus. Während einige Agenturchefs hier Verbeserungen erkennen, sprechen andere davon, dass manche Kunden versuchen würden, unverschämte Bedingungen zu diktieren. Ein (Dauer-)Reizthema ist in diesem Zusammenhang das Verhältnis zu den Einkaufsabteilungen der Auftraggeber. mam
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