Guerilla Marketing Thjnk kreiert die größte Einladungskarte der Welt

Donnerstag, 19. Januar 2017
So wirbt Thjnk für Hasso Plattners Museum Barberini
So wirbt Thjnk für Hasso Plattners Museum Barberini
Foto: Thjnk

Bunte Bilder statt grauer Brandmauern: Mit zwei überdimensionalen Wandgemälden wirbt die Agentur Thjnk für das Museum des Software-Milliardärs und Kunstmäzens Hasso Plattner, das Potsdamer Barberini.

„Elphi war gestern, jetzt kommt Barberini!“, verkündet Thjnk vollmundig auf Facebook. Keine Frage: Die Eröffnung des Museums von Hasso Plattner an diesem Freitag verspricht Spektakel. Angela Merkel kommt; Jahrhundertpianist Igor Levit und John Fogerty, einst Frontmann von Creedence Clearwater Revival, spielen auf. Bill Gates Gates wird erwartet. Ihn und den SAP-Gründer Plattner verbindet Freundschaft. Für das Potsdamer Museum hat der Microsoft-Gründer eigens ein Werk aus seiner privaten Sammlung als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Für das Barberini ließ Thjnk riesige Brandmauern bemalen
Für das Barberini ließ Thjnk riesige Brandmauern bemalen (Bild: Thjnk)
Doch das Barberini will kein Museum für Auserwählte, sondern für alle sein. Um möglichst viele Besucher in das komplett rekonstruierte Barockgebäude am Potsdamer Markt zu locken, hat sich die Agentur Thjnk eine besonders aufmerksamkeitsstarke Aktion ausgedacht: eine Guerilla-Aktion an zwei hochfrequentierten Orten in der Nachbarstadt Berlin. Die Street-Artisten der Gruppe Graco bemalen dort zwei riesige Brandmauern. Unter der Regie von Thjnk entstehen die „größten Einladungskarten der Welt“, wie die Agentur nicht ohne Stolz vermeldet.

In der Brunnenstaße kündet eine ins Riesenhafte vergrößerte Nachempfindung von Wassily Kandinskys Schlüsselwerk „Der weiße Klang“, gemalt mit 200 Liter Farbe und 50 Farbtönen, von dem Megaevent in Potsdam. Beinahe ebenso groß – nämlich erstaunliche  350 Quadratmeter – ist das Mural gegenüber der East-Side-Gallery im Stadtteil Friedrichshain. Es interpretiert „Le Pont d'Argenteuil“ des französischen Impressionisten Gustave Caillebotte neu – als Brückenschlag nach Potsdam.

Die Aktion steht durchaus in Tradition der viel beachteten Street Art der achtziger Jahre, als die Berliner Mauer zum kollektiven Kunstwerk wurde. Sprayer, Künstler, ganze Schulklassen – sie alle verewigten sich damals an dem monströsen Bauwerk. Dann fiel ihre Leinwand. Und mit ihr verschwanden sämtliche Werke.

Auch die Wandgemälde, die nun unter der Regie von Thjnk entstehen, werden nicht von Dauer sein, ebenso wenig wie die Aktion „Lights On Barberini“, die sich ebenfalls die Agentur erdacht hat. Im Rahmen des Potsdamer Festival „Unterwegs im Licht“ wird das Museum, das sich in einem komplett rekonstruierten Barockgebäude am Potsdamer Markt befindet, am kommenden Samstag kunstvoll illuminiert. Und noch mehr: Auf mehreren digitalen Screens vor dem Gebäude auf dem Alten Markt agieren Videokünstler. Wer davon inspiriert selbst zum Lichtkünstler werden möchte, ist eingeladen zum „Live Light Painting“ für Kinder und Erwachsene.

Der Anspruch ist hoch: Das Museum Barberini will Kunst auf neuen Wegen vermitteln. So soll am Freitag eine Museums-App an den Start gehen, mit der User viele der Gemälde bereits im Vorfeld auf dem Smartphone anschauen können. Im Museum können sie sich dann mit einem Audio-Guide – eingesprochen von TV-Moderator Günter Jauch – führen lassen. Thjnk Berlin und Thjnk Digital haben nicht nur die Wandgemälde, sondern die gesamte digitale Kommunikation für das Barberini konzipiert – Website und Social-Media-Kanäle –, und aktualisiert diese fortlaufend. Denn bei einem einmaligen Spektakel soll es nicht bleiben. fw

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