Grabarz & Partner "So etwas wie 'Rechts gegen Rechts' hätten wir früher nicht hinbekommen"

Montag, 21. September 2015
Tobias Ahrens und Ralf Heuel (re.)
Tobias Ahrens und Ralf Heuel (re.)
Foto: Grabarz & Partner
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Tobias Ahrens Ralf Heuel Grabarz G+p Volkswagen New Yorker Clio


Bei den New Yorker Clio Awards ist Grabarz & Partner gerade zur erfolgreichsten deutschen Agentur geworden. Das verdankt sie vor allem dem sensationellen Erfolg der Anti-Nazi-Demo „Rechts gegen Rechts“, die sie gemeinsam mit GGH Lowe realisiert hat. Dazu kommen mehrere Kreativpreise für den Kunden Volkswagen. Die Hamburger Agentur ist dank ihrer bisherigen Award-Bilanz auf dem besten Wege, dieses Jahr die Pole Position im Kreativranking zu erreichen.

Im Exklusivinterview mit HORIZONT erklären Geschäftsführer Ralf Heuel und der für VW verantwortliche Group Creative Director Tobias Ahrens, weshalb die jüngsten kreativen Erfolge kein Zufall sind und wie sie den aktuellen Rückenwind nutzen wollen, um weiterhin mit spektakulären Ideen zu glänzen. Grabarz & Partner ist auf dem bestem Weg, die kreativste deutsche Agentur des Jahres zu werden. Was steckt außer den vielen Kreativpreisen für den Anti- Nazi-Walk „Rechts gegen Rechts“ hinter diesem Erfolg?

Ralf Heuel: Für uns als Agentur auch ein Transformationsprozess. Wir haben in den letzten Jahren zusammen mit unseren Mitarbeitern vieles hinterfragt und auf den Kopf gestellt. In einem richtigen, amtlichen Change-Prozess. Daraus ist eine Haltung entstanden, die wir jetzt konsequent mit Leben füllen. Heute sind wir besser denn je aufgestellt. Wir haben eine klare Kultur, neue Disziplinen, andere Arbeitsprozesse, denken kooperationsorientiert. Auch darum können wir jetzt komplexere Projekte stemmen. So etwas wie „Rechts gegen Rechts“ hätten wir früher nicht hinbekommen.

Warum nicht?

Heuel: Weil es eine irre aufwendige Kampagne war. Darum haben wir sie auch von Anfang an gemeinsam mit unseren Freunden von GGH/Lowe gedachtund gemacht. In einer fantastischen Partnerschaft. Vor fünf Jahren wären wir auf so eine Art ego-freie Kooperation gar nicht gekommen.

G+P genießt jeher einen soliden Ruf. Wie stark geben Ihnen die jüngsten kreativen Erfolge zusätzlich Rückenwind?

Tobias Ahrens: Ich selbst war zwar nicht an der Kampagne „Rechts gegen Rechts“ beteiligt, aber mich persönlich macht der riesige Erfolg der Aktion noch angriffslustiger. Natürlich will ich da noch einen draufsetzen.

Gilt das jetzt nur für Exit und andere Social-Kunden oder glauben Sie, ein solcher Coup kann auch mit Volkswagen gelingen?

Ahrens: Da bin ich ganz zuversichtlich, weil unsere Ansprechpartner auf Kundenseite sehr erfahrene Werber sind, die viel von guter Kommunikation verstehen. Ich finde auch, dass uns mit der Kampagne rund um den neuen "Marketingleiter" Robbie Williams dieses Jahr bereits ein Coup gelungen ist. Dennoch muss ich zugeben, dass ich noch lange nicht zufrieden bin. Aber das wäre auch schlimm, ich bin ja erst knapp ein Jahr bei G&P an Bord.
„Wir haben in den letzten Jahren vieles hinterfragt und auf den Kopf gestellt. “
Ralf Heuel
Mit dem „Enjoy-the-Silence“-Spot, der zum IAA-Auftakt gestartet ist, können Sie doch durchaus zufrieden sein.

Ahrens: Stimmt! Der Film erfreut sich großen Zuspruchs im Netz. Darüber hinaus ist dieses Jahr von uns noch einiges in der Pipeline, das hoffentlich für Gesprächsstoff sorgen wird. 

Bei welchen Ihrer anderen Kunden sehen Sie außerdem Potenzial, die Messlatte noch ein Stückchen höher zu legen?

Heuel: Ich habe großen Respekt davor, was Tobias und sein Team für Burger King auf die Straße kriegen. Und auch was wir zum Beispiel für Ikea oder zusammen mit Ramsis Moussa für Volkswagen Nutzfahrzeuge international entwickeln, ist strategisch und kreativ Benchmark. 

Was unternehmen Sie, um 2016 nicht unter Ihrer selbst gelegten kreativen Messlatte zu bleiben?

Heuel: Ich war nie ein Fan der Kreativrankings, das ändert sich auch jetzt nicht. Daher habe ich gar nicht das Bedürfnis, diesen Ranking-Erfolg zu übertrumpfen. Aber ich habe einen sehr deutlichen Antrieb, die gesamte Kreation der Agentur jeden Tag besser zu machen. Mir ist wichtig, dass wir hinter allem stehen können, was aus dieser Agentur rausgeht, und wir keine Leichen im Keller haben. bu

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