Globale Werbespendings Zenith Optimedia korrigiert Prognose leicht nach unten

Montag, 08. Dezember 2014
Prognose: Spendings für mobile Werbung steigen
Prognose: Spendings für mobile Werbung steigen
Foto: Fotolia_Rangizzz

Nach einem Plus von 5,1 Prozent im laufenden Jahr wird der weltweite Werbemarkt 2015 um 4,9 Prozent wachsen. Das prognostiziert Zenith Optimedia in ihrem "Advertising Expenditure Forecast". Damit rudert die Mediaagenturgruppe allerdings ein wenig zurück. Noch im September hatte sie ein Plus von 5,3 Prozent für 2015 gemeldet. Als stärksten Treiber nennt das Unternehmen auch weiterhin Mobile Werbung und Social Media.
Frank-Peter Lortz, Chairman Zenith Optimedia
Frank-Peter Lortz, Chairman Zenith Optimedia (Bild: Zenith Optimedia)
Die weltweiten Werbeinvestitionen werden demnach im kommenden Jahr 545 Milliarden US-Dollar betragen (rund 443 Milliarden Euro). Für 2016 geht Zenith Optimedia von einem Plus von 5,6 Prozent aus. 2017 wird sich das Wachstum dann mit 5,2 Prozent leicht abschwächen. Gepusht werde der Werbemarkt 2016 von den drei Großereignissen Olympische Spiele, US-Präsidentschaftswahlen und der Fußball-Europameisterschaft.
„Wer in Deutschland mobil werben will, wirbt auf Facebook.“
Frank-Peter Lortz, Chairman Zenith Optimedia
Motor der Branche ist nach wie vor Mobile. Zwischen 2014 und 2017 soll mobile Werbung laut den Mediaspezialisten 51 Prozent der zusätzlichen Werbedollar auf sich ziehen und jährlich um 38 Prozent im Schnitt wachsen. Grund dafür seien die zunehmende Verbreitung mobiler Endgeräte, Verbesserungen der Werbeformen und -vielfalt sowie technische Innovationen. Insbesondere Social Media treibt Mobile voran. "Wer in Deutschland mobil werben will, wirbt auf Facebook", so Frank-Peter Lortz, Chairman von Zenith Optimedia. Die großen globalen Player hätten ihre gesamte Strategie inklusive Werbekonzepte dem Nutzungsverhalten ihrer Mitglieder angepasst. Lortz: "Es ist höchste Zeit, dass nationale Anbieter diesem Beispiel folgen und eine Mobile-First-Strategie annehmen. Sonst werden sie nicht von den Budgets profitieren, die derzeit hauptsächlich zu Facebook fließen."

Ein Comeback unter den Wachstumstreibern feiert laut Zenith Optimedia die traditionelle Display-Werbung. Der Grund hierfür sei die fortschreitende Automatisierung der Werbebuchung über Programmatic Buying Plattformen. Seit 2012 steigen die Display-Investitionen kontinuierlich: von 14 Prozent in 2012 auf 18 Prozent in 2013. In diesem Jahr werden es 26 Prozent sein – das stärkste Wachstum seit 2007. "Immer mehr Werbungtreibende erkennen, dass der automatisierte, nach Zielgruppen  ausgesteuerte Einkauf ihre Online-Kampagnen günstiger und effektiver macht", so Lortz. Das gelte für Markenkampagnen ebenso wie für Abverkaufskampagnen.

Beim Blick auf den Werbemarkt in Europa zeigen sich die Auswirkungen der Krise im Osten und die Erholung im Süden. Büßte die südliche Eurozone zwischen 2007 und 2013 laut den Studienmachern rund 15 Prozent ihrer Werbespendings ein, zeigt sich 2014 eine Erholung. Für die kommenden Jahre rechnet die Publicis-Agentur mit einem Wachstum von 5,4 Prozent. Der europäische Durchschnitt liegt bei 2 Prozent. Unter dem Durchschnitt liegen dagegen Deutschland und Frankreich. Deutschland kommt auf ein Plus von lediglich 1,3 Prozent, Frankreich stagniert quasi bei 0,3 Prozent Plus.

Prognose von Magna Global

Der Ausblick von Zenith Optimedia deckt sich mit der Prognose von Magna Global. Die Interpublic-Tochter geht von einem Wachstum der globalen Werbespendings von 4,8 Prozent aus. Noch vor einem Jahr hatte sie ein Plus von 5,5 Prozent vorhergesagt. jm
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