Geplatzter Deal Redblue-Verkauf an Serviceplan kommt nicht zustande

Mittwoch, 24. Juli 2013
Der Stammsitz von Redblue Marketing in München (Foto: Redblue)
Der Stammsitz von Redblue Marketing in München (Foto: Redblue)

Die geplante Übernahme der Media-Saturn-Tochter Redblue Marketing durch die Agenturgruppe Serviceplan ist geplatzt. Entsprechende Informationen von HORIZONT bestätigen beide Unternehmen, ohne nähere Gründe für die Absage zu nennen. "Wir können bestätigen, dass ein Verkauf von Redblue an Serviceplan nicht stattfindet", sagt eine Sprecherin der Media-Saturn-Holding. Auch die Agentur erklärt, dass man Redblue nicht übernimmt, hüllt sich ansonsten aber in Schweigen. Aus informierten Kreisen ist jedoch zu hören, dass der Deal an dem Veto von Erich Kellerhals, Minderheitsgesellschafter bei Media-Saturn, gescheitert ist. Der 73-Jährige befindet sich im Dauerstreit mit Mehrheitseigner Metro über die Frage, wer das Sagen bei der Elektronikhandelskette hat. Dem Vernehmen nach hat bei Kellerhals' Einspruch neben dem Konflikt mit Metro auch eine Rolle gespielt, dass er sich durch einen Presseartikel unter Druck gesetzt fühlte, der den geplanten Verkauf an Serviceplan entgegen einer Absprache vorzeitig bekannt gemacht hat.

Diese und andere Arbeiten hat Redblue umgesetzt (Foto: Redblue)
Diese und andere Arbeiten hat Redblue umgesetzt (Foto: Redblue)
Für die Münchner Agenturgruppe ist die Absage ein Rückschlag bei ihren Bemühungen, das internationale Geschäft weiter auszubauen. Mit Redblue wollte Deutschlands größte Inhaberagentur die Auslandsexpansion vorantreiben. Dafür wollte man auch die bestehende Infrastruktur von Redblue nutzen. Die Firma ist in 17 Märkten aktiv, darunter Russland, China und die Türkei.

Nach dem Scheitern des Deals mit Serviceplan wird Redblue bis auf Weiteres als Tochter von Media-Saturn weitergeführt. Die mehr als 400 Mitarbeiter der Handelsmarketingagentur realisieren Werbekampagnen und Prospekte unter anderem für Media-Markt und Saturn. Der Stammsitz ist in München. Redblue ist in seiner heutigen Form im Jahr 2000 aus der ehemaligen Werbeabteilung von Media-Markt hervorgegangen. mam

Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 30/2013 vom 25. Juli   
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