Gehaltsdiskussion „Ein falsches Bild vorgaukeln, nützt nicht“

Montag, 29. Juni 2015
Bezahlung von Agenturangestellten sorgt für Diskussion
Bezahlung von Agenturangestellten sorgt für Diskussion
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Die Allianz inhabergeführter Kommunikationsagenturen (Aika) fühlt sich in der Diskussion um die Bezahlung in Agenturen falsch verstanden. Zahlen des Verbandes zum Gehalt von Agenturangestellten im Bereich Kreation/Design hatten eine lebhafte Debatte entfacht – auch über das Arbeitgeberimage der Dienstleister.

Denn laut Aika verdient ein Agenturangestellter im Bereich Kreation/Design ein Durchschnittgehalt von circa 2.800 Euro brutto im Monat. Das hatte die Auswertung von 235 qualifizierten Beschäftigungsverhältnissen (exklusive Praktikanten, Auszubildende und Volontäre) in dem Arbeitsgebiet ergeben.

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Stimmt nicht – zumindest nicht für unsere Mitgliedsagenturen, sagte darauf der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA. Ihm zufolge liegt das durchschnittliche Agenturgehalt bei 4.250 Euro brutto im Monat. Diese Zahl basiert laut GWA auf einer Analyse von 4848 Jobprofilen, bei denen sechs Karrierelevel vom Trainee bis zum Management Supervisor berücksichtigt wurden. Nach Ansicht des Aika-Vorsitzenden Carsten Lange werden damit aber Äpfel mit Birnen verglichen: „Die Zahl des GWA bezieht sich auf das Durchschnittsgehalt aller Agenturmitarbeiter vom Trainee bis zur Geschäftsleitung. Wir haben in unserer Meldung nur das Durchschnittgehalt bei Positionen im Grafikbereich ohne Führungsverantwortung angegeben. Zu Gehältern beispielsweise in Führungspositionen von Agenturen wurden uns leider nur sehr lückenhafte Daten zurückgemeldet, so dass wir dazu keine Aussagen treffen konnten.“
Michael Trautmann
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Lange zweifelt an, das das Durchschnittsgehalt von Angestellten im Grafikbereich auch bei GWA-Agenturen, nicht wesentlich höher liegt.  Den im Rahmen der Diskussion geäußerten Vorwurf, mit der Veröffentlichung der Gehaltszahlen dem Image der Agenturbranche zu schaden, weist Carsten Lange ebenfalls von sich: „Offenheit und Transparenz schafft Vertrauen. Was nützt es uns, wenn wir Bewerbern ein falsches Bild vorgaukeln, das nicht der Realität entspricht? Man verdient vielleicht in anderen Branchen mehr, aber dafür bieten Agentur-Arbeitsplätze eine große Themenvielfalt und jede Menge kreative Herausforderungen.“ ems

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