Gehalt Große Unterschiede bei der Bezahlung von Designern

Donnerstag, 02. Juli 2015
Mit ihrem Gehalt sind längst nicht alle Designer zufrieden
Mit ihrem Gehalt sind längst nicht alle Designer zufrieden
Foto: Colourbox

Designer können zwar sehr viel Geld verdienen. In der Regel gehören sie aber nicht zu den Spitzenverdienern. Das ist das zentrale Ergebnis des „Honorar- und Gehaltsreports 2014“, den der Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner (BDG) gemeinsam mit dem Verband Deutscher Industrie Designer und Designaustria erstellt hat.
Die Ergebnisse der Befragung von 4280 Designern, darunter 2700 aus Deutschland, liefern neues Futter für die Debatte um die Bezahlung von Kreativen in der Kommunikationsbranche: Denn das mittlere Einkommen angestellter Designer liegt danach bei 2800 Euro brutto monatlich. Ähnliche Zahlen hatte vor zwei Wochen die Allianz inhabergeführter Kommunikationsagenturen gemeldet und damit für viel Aufregung gesorgt. Schließlich verdienen die Kreativen damit weniger als das Durchschnittsgehalt deutscher Arbeitnehmer in Höhe von 3527 Euro, das die Bundesregierung für 2014 ermittelt hat. 
(Bild: BDG)
Allerdings lohnt sich der Blick auf die Details im Report, den der BDG allen Besuchern seiner Website zur Verfügung stellt. Die Untersuchung zeigt, dass es große Unterschiede bei der Bezahlung von Designern gibt. So verdienen 3 Prozent der angestellten Befragten mehr als 5700 Euro brutto pro Monat – mehr als jeder Fünfte allerdings weniger als 2100 Euro.

In einem Designbüro erreichen mehr  Spezialisten mindestens die Einkommensstufen 2101 bis 2400 und 2401 bis 2700 Euro, dafür sind weniger Mitarbeiter aus den Büros in den höheren Einkommensstufen zu finden. Demnach verdienen zwar mehr Teilnehmer mindestens 2100 Euro monatlich, aber die höheren Einkommen sind eher in der Werbeagentur und der Designabteilung zu erzielen. Industriedesigner sind im Schnitt etwas erfolgreicher als ihre Kollegen im Kommunikationsdesign. 
(Bild: BDG)
Die Jahresnettoeinnahmen der Selbständigen betragen im Mittel 46.300 Euro. 8,1 Prozent nehmen mehr als 150.000 Euro ein, bei einem Drittel der Teilnehmer liegen die Einnahmen in 2014 bei weniger als 20.000 Euro. Ein Betrag, von dem noch Betriebsausgaben, Steuern und Versicherungen abzuziehen sind. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass knapp die Hälfte der Teilnehmer angibt, sich nicht um eine Vorsorge kümmern zu können.

Maßgeblich hängt der wirtschaftliche Erfolg von der Erfahrung und der Qualifikation ab. Mit jedem Jahr Berufszugehörigkeit steigen Gehalt und Honorar deutlich. Komplexer ist die Situation in Bezug auf den Bildungsabschluss. Für alle angestellten Designer gilt: Je qualifizierter der Abschluss, desto höher die Bezüge. Bei den selbstständigen Kommunikationsdesignern verdienen Teilnehmer mit Realschulabschluss und einer Ausbildung häufig mehr.
Selbständige kommen mit ihrem Gehalt besser klar
Selbständige kommen mit ihrem Gehalt besser klar (Bild: BDG)
Auch beim Thema „Zufriedenheit“  zeigen sich große Unterschiede: Zwar erhält die Antwortmöglichkeit „Passt schon, aber Luxus ist nicht drin“ bei Angestellten wie bei Selbstständigen mit 43,8 beziehungsweise 33 Prozent jeweils die meisten Nennungen. Aber „sehr gut“ kommen eben nur 3,3 Prozent der fest in Lohn und Brot stehenden Kreativen und 7,5 derjenigen, die auf eigene Rechnung arbeiten zu recht. „Gut bewerten 25,1 und 22,8 Prozent ihr Gehalt/Einkommen. Die Zahlen wertet der BDG dennoch als „gutes Signal“. Die Werte hätten sich in Vergleich zum letzten Repport deutlich verbessert.  ems
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