GWA/Produzentenallianz Neue Regeln für Sprechergagen

Donnerstag, 20. November 2014
Michael Maschke hat die neuen Sprechergagen für den GWA verhandelt
Michael Maschke hat die neuen Sprechergagen für den GWA verhandelt
Foto: GWA

Es soll eine Erleichterung für Agenturen sein und ihnen mehr kreativen Freiraum verschaffen: Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA hat mit der Sektion Werbung in der Produzentenallianz eine Empfehlung für neue Sprechergagen in TV-Spots vereinbart. Mit am runden Tisch saßen Vertreter von Tonstudios und Profisprecher.
Für Letztere galt als Richtlinie bisher die Hamburger Liste. Die Veränderungen in der Medienlandschaft haben laut GWA dafür gesorgt, dass Vergütungen nach dieser Liste kreative Einschränkungen für Agenturen mit sich bringen. So müssen die Agenturen bisher den Einsatz von Sprechern beispielsweise in sämtlichen Spot-Versionen separat vergüten. Auch die Buchung unterschiedlicher Medien sorgt für höhere Kosten. Künftig bringt eine "Session Fee" hier größere Flexibilität. Diese Gebühr kommt einem Stundenhonorar gleich. Im bezahlten Zeitraum können so viele Spot-Varianten wie gewünscht aufgenommen werden. Sie ersetzt die Layout-Gebühr, die zuvor pro Version fällig war. Außerdem schnürt die Empfehlung neue Buy-out-Pakete, die es möglich machen, mehr Medien zu einem besseren Preis zu belegen. Konkretes Beispiel: Der All-Media-Spot (Hauptspot mit drei Cut-downs, Nutzung über alle Medien hinweg) soll künftig 3000 Euro kosten. Bisher lag der Preis bei 12.800 Euro.

Klingt nach einem Nachteil für die Sprecher, ist es laut Michael Maschke aber nicht. Der Head of TV von Saatchi & Saatchi verantwortet das Thema im GWA-Forum Creative Services. Er sagt: Angesichts der hohen Sprechergagen wurde in der Vergangenheit häufig auf das beschriebene All-Media-Bundle verzichtet. Die Wahrscheinlichkeit, dass die günstigeren Pakete nun tatsächlich realisiert werden und die Sprecher somit mehr Aufträge bekommen, sei groß. So könnten alle Beteiligten von der neuen Empfehlung profitieren, die auf der bisherigen Hamburger Liste basiert und ab 1. Dezember gültig sein soll. bu
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