GWA Wolf Ingomar Faecks will gemeinsames Dach für Agenturverbände

Donnerstag, 29. Oktober 2015
Sucht den Schulterschluss mit anderen Verbänden: GWA-Boss Wolf Ingomar Faecks
Sucht den Schulterschluss mit anderen Verbänden: GWA-Boss Wolf Ingomar Faecks
Foto: Sapient Nitro

Lange Zeit waren sich die Verbände der Kommunikationswirtschaft nicht grün. Jetzt soll mit der Kleinstaaterei Schluss sein – zumindest wenn es nach dem Willen von Wolf Ingomar Faecks geht. Der GWA-Präsident strebt eine engere Kooperation an.
„Wir tun uns mit der Fragmentierung im Verbandsmarkt keinen Gefallen. Wir hätten deutlich mehr Schlagkraft gegenüber der Politik, wenn wir enger kooperieren als bislang“, sagt der 46-Jährige, der sich in der kommenden Woche für eine zweite Amtsperiode zur Wahl stellt. Eine Idee, wie eine Zusammenführung der Verbände aussehen könnte, hat Faecks schon. Ihm schwebt das Modell einer Dachorganisation nach Vorbild des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) vor. Eine formale Fusion aller Akteure, wie sie zum Beispiel die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vorexerziert hat, hält der GWA-Chef dagegen für kaum realisierbar. „Ich glaube, die Verdi-Idee verursacht zu viele Schmerzen, aber das DGB-Konzept könnte tragfähig sein“, sagt Faecks. Bei diesem Modell bleiben die einzelnen Organisationen bestehen, bündeln ihre Interessen aber in einem gemeinsamen Verbund. Auch der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) funktioniert nach diesem Prinzip. Er ist von seiner Struktur aber sehr heterogen, weil er Mitglieder aus verschiedensten Bereichen unter seinem Dach hat – neben Agenturen auch Werbungtreibende, Werbemittelhersteller, Werbeberufe und Marktforscher.

Dass sich sein Vorhaben schnell realisieren lässt, glaubt der GWA-Präsident allerdings nicht. „Das hat einen Zeithorizont von vier bis fünf Jahren“, sagt er. Ein erster Schritt auf dem Weg dorthin soll beim Effie-Kongress in der kommenden Woche gemacht werden. Dann sitzen die Vertreter von GWA, DDV (Dialogmarketing), GPRA (Public Relations), OMG (Media) und BVDW (Digital) an einem Tisch und wollen öffentlich Gemeinsamkeiten ausloten. Der offizielle Titel der Podiumsdiskussion: „Abschied von Silos – Marketingkommunikation im Digitalzeitalter“. mam

Wie Faecks ein Scheitern wie bei der geplatzen Fusion von GWA und GPRA verhindern will, wie er die Wertschätzung von Agenturen auf Kundenseite zu steigern gedenkt und welche weiteren Ziele sich der hauptamtlich als Sapient-Nitro-Chef tätige Manager für seine zweite Amtszeit gesetzt hat, verrät er im Exklusivinterview in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe
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