GWA Wie der designierte Präsident Faecks den Agenturverband relevanter machen will

Freitag, 04. Oktober 2013
Wolf-Ingomar Faecks will den GWA führen (Foto: Sapient Nitro)
Wolf-Ingomar Faecks will den GWA führen (Foto: Sapient Nitro)


Seit Ende voriger Woche ist es offiziell: Wolf-Ingomar Faecks, Deutschlandchef der Digitalagentur Sapient Nitro, kandidiert für den Posten des GWA-Präsidenten. Die Wahlen finden Mitte November statt. Im Interview mit HORIZONT erklärt Faecks, wie er die Interessenvertretung wieder in Schwung bringen will. Sein zentrales Thema ist, die Wertschätzung für die Arbeit von Agenturen zu erhöhen.
Herr Faecks, Sie wollen neuer GWA-Präsident werden. Wie hart trifft Sie, dass mit Serviceplan gerade eine der wichtigsten Agenturen ihren Austritt aus dem Verband angekündigt hat?
Natürlich ist das keine Nachricht, über die ich mich freue. Aber man muss den Schritt auch als das sehen, was er ist: eine singuläre Entscheidung. Die Serviceplan-Führung glaubt, dass der GWA derzeit nicht relevant für ihre Gruppe ist. Sie sagt nicht, dass es keinen Verband braucht.

Haben Sie Angst, dass Serviceplan einen Dominoeffekt auslösen könnte?
Nein. Ich habe nicht das Gefühl, dass es viel Sympathie für diesen Schritt gibt. Im Gegenteil: Er wird eher als unsolidarisch wahrgenommen. Ein Verband ist ja nicht zuletzt eine Solidargemeinschaft. Das Aufrechnen von Mitgliedsbeitrag und Return on Investment ist immer schwierig. Ein Verband ist keine Sparkasse.

Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass es nicht nur bei Serviceplan eine Unzufriedenheit mit dem GWA gibt.
Das tue ich auch nicht. Ich nehme die Kritik sogar sehr ernst und teile sie in vielen Punkten. Der GWA hat Schwierigkeiten, deutlich zu machen, was seine eigentliche Aufgabe und Funktion ist.

Nämlich?
Die zentrale Überschrift lautet Wertschätzung. Alle Aktivitäten des Verbands müssen darauf einzahlen, die Wertschätzung für die Arbeit von Agenturen zu erhöhen. Das gilt in Bezug auf die Wahrnehmung bei Kunden, aber auch bei der künftigen Mitarbeiterschaft. Die zentralen Fragen sind: Wie gelingt es uns, unseren Beitrag zur Wertschöpfung deutlich zu machen? Wie schaffen wir es, attraktive Berufsbilder zu kommunizieren, die für junge Talente interessant sind?

Und haben Sie auch schon Antworten auf diese Fragen?
Mein Programm möchte ich zuerst den Mitgliedern vorstellen. Aber die Richtung ist klar: Wir müssen den Dialog mit unseren Zielgruppen intensivieren. Ich möchte zum Beispiel den Austausch mit dem Markenverband institutionalisieren. Der Kontakt zu den Einkäufern ist auch ausbaufähig. Das Gleiche gilt in Bezug auf unser Bild beim akademischen Nachwuchs und in der Öffentlichkeit.

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Das vollständige Gespräch mit Wolf-Ingomar Faecks lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 40/2013 vom 4. Oktober.

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Das ist in der Tat verbesserungswürdig. Wie wollen Sie das erreichen?
Durch aktives Agenda Setting. Dafür müssen wir eine klare Haltung zu wichtigen Branchenthemen entwickeln und vor allem artikulieren. Der GWA muss in dieser Hinsicht deutlich stärker wie eine Person agieren, die eine eigene Meinung hat. Im Moment sind wir eher wie eine Fläche: Ab und zu bleibt etwas kleben, vieles rutscht aber einfach runter. Außerdem treten wir viel zu reaktiv auf. Wir müssen mehr in die Offensive und bei zentralen Fragen eine relevante Orientierung vorgeben. Dazu gehört auch, dass wir rauskommen aus der Hinterzimmerkommunikation. Vieles, was wir im Verband tun, ist nicht transparent genug.
Interview: Mehrdad Amirkhizi
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