GWA-Vorstand Rätsch über Agenturjobs "Es gibt mehr Jobs als Bewerber"

Mittwoch, 14. Juni 2017
Saatchi & Saatchi-CEO Christian Rätsch kümmert sich im GWA-Vorstand um Nachwuchsförderung
Saatchi & Saatchi-CEO Christian Rätsch kümmert sich im GWA-Vorstand um Nachwuchsförderung
Foto: Saatchi & Saatchi

Der GWA lädt am heutigen Abend in Düsseldorf zur adday/adnight ein. Saatchi-Chef Christian Rätsch, im Verbandvorstand für Nachwuchsförderung zuständig, verrät, was neu am Konzept der Recruiting-Veranstaltung ist und was die Agenturen dem Nachwuchs bieten.

An welchen Punkten hat der GWA konzeptionell am adday/adnight gefeilt? Der GWA hat das Konzept adday/adnight in drei Richtungen weiter entwickelt: Es ist nun ein bundesweites Format. Städte wie Köln, Frankfurt oder Düsseldorf sind hinzugekommen. Zudem ist es nicht mehr nur auf die Werbebranche fokussiert – auch viele Digitalagenturen sind mit von der Partie. Zuletzt haben sich auch neue Partnerschaften ergeben, die lokal unterschiedlich ausfallen – in Düsseldorf engagiert sich beispielsweise die IHK sehr.

Welche inhaltlichen Ziele hat die Veranstaltung? Arbeiten in einer Agentur ist und bleibt eines der spannendsten Berufsbilder. Doch ist der Wettbewerb um kreative Talente entfacht und ein guter Agenturname reicht heute nicht mehr. Daher muss die ganze Branche Flagge zeigen. Denn wir befinden uns in einem Nachfragemarkt – es gibt mehr offene Stellen als Bewerber. Genau hier setzt das Veranstaltungsformat an und macht Werbung für die Werbung. 

Diesmal findet der adday/adnight in Düsseldorf statt. Wird Düsseldorf vom Nachwuchs – aber auch von Agenturmitarbeitern – in anderen deutschen Städten als Kreativstandort ausreichend wahrgenommen oder muss sich an dem Bild etwas ändern? Düsseldorf hat im Vergleich zur tatsächlichen Ausstattung einen schwächeren Ruf. Daher tut Imagepflege Not. Doch das Gute an der Situation ist, dass die Substanz der Stadt mit ihren vielseitigen Agenturen stimmt. Wir haben in Düsseldorf nicht nur die großen Media- und Networkagenturen. Auch die inhabergeführten Schmieden haben hier eine lange Tradition.

Ist es schwierig, guten Agenturnachwuchs nach Düsseldorf zu locken? Ja, es ist schwierig. Hamburg und Berlin haben immer noch eine enorme Strahlkraft. Wie gesagt leidet Düsseldorf an einem überholten Image als teure, sehr etablierte Stadt. Die Lebensfreude, die Kunst- und Kneipenszene und die Liebenswürdigkeit der Düsseldorfer überzeugen aber jeden, der die Stadt einmal versucht hat.

Welche Nachwuchskräfte sind in Düsseldorf besonders schwer zu finden? In unserer Branche sind digitale Profis ein Engpass. Aber ich würde insgesamt sagen, dass durch die Bank weg alle Kommunikationsberufe mit offenen Stellen winken.

Wie verknüpft der GWA die Veranstaltung mit der Aktion “Mach was draus“? Der GWA ist Mit-Initiator der Aktion und hat sie sehr gefördert. Viele Düsseldorfer GWA-Agenturen wie Havas, Saatchi & Saatchi oder Stagg & Friends haben ihre Webseite solidarisch auf Weiß geschaltet und sind an die Universitäten gegangen, um auf die Initiative aufmerksam zu machen. Aber adday/adnight geht noch einen Schritt weiter. Die lokalen Agenturen verbringen einen ganzen Tag mit dem Nachwuchs und beschnuppern sich zum Beispiel im Speed Dating gegenseitig.

Was erwarten Sie von den Nachwuchskräften, die zum adday/adnight kommen? Für mich gilt der Grundsatz: „Wer Menschen bewegen will, muss sie berühren“. Daher hoffe ich auf aufgeschlossene, kreative Köpfe, die uns auf Herz und Nieren prüfen. Denn dann werden sie erkennen, dass es sich lohnt, sich der Kommunikationsbranche anzuschließen. Interview: ems

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