GWA Thomas Strerath tritt von allen Verbandsämtern zurück

Dienstag, 01. Dezember 2015
Thomas Strerath zieht sich aus dem GWA zurück
Thomas Strerath zieht sich aus dem GWA zurück
Foto: Jung von Matt

Paukenschlag beim Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA: Thomas Strerath, Vorstandsmitglied und Effie-Jurychef, tritt von allen seinen Ämtern in der Interessenvertretung zurück. Der Schritt steht im Zusammenhang mit den von Scholz & Friends-Chef Frank-Michael Schmidt erhobenen Manipulationsvorwürfen bei der Vergabe des goldenen Effies an Astra, bei der neben Philipp und Keuntje auch der frühere Betreuer Jung von Matt berücksichtigt wurde.
"Nachdem ich einmal darüber geschlafen habe, werde ich mich aus dem GWA und den mir übertragenen Ämtern und Aufgaben zurückziehen", teilt Strerath in einem Pressestatement mit. Den Vorwurf, er hätte formal nicht korrekt gehandelt, könne und wolle er nicht entkräften. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die in Rede stehende Einreichung von Philipp und Keuntje von Anfang an in sich inhaltlich nicht vollständig beziehungsweise formal fehlerhaft war.
Thomas Strerath
Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images

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Dies sei erst nach der Jurysitzung bekanntgeworden. Da die Satzung einen solchen Fall nicht vorsehe, sei ein formal korrektes Verhalten somit grundsätzlich nicht möglich gewesen, erläutert Strerath, im Hauptberuf Vorstand bei Jung von Matt. "Mein Handeln war bestimmt von dem Vorsatz, den GWA und den Effie zu schützen und zwischen den involvierten Parteien zu moderieren", so Strerath weiter. Zudem weist er darauf hin, dass sein Vorgehen mit Verbandspräsident Wolf Ingomar Faecks abgestimmt war. Faecks weilt derzeit mit einigen GWA-Kollegen im Silicon Valley. In einer schriftlichen Erklärung teilt er mit, dass man die von Frank-Michael Schmidt vorgebrachten Vorwürfe sehr ernst nehme und intern prüfen werde. Gleichzeitig distanziert er sich "von allen Unterstellungen vorsätzlichen Betrugs oder bewusster Manipulation". Als nächstes soll sich der GWA-Ältestenrat mit dem Thema befassen.

Das empfielt auch der jetzt zurückgetretene Effie-Jurychef Strerath. Aus den Erkenntnissen der Überprüfung sollten gegebenenfalls auch die Einsederegularien verändert werden, so sein Vorschlag. Zwischenzeitlich stand offenbar auch zur Diskussion, externe Prüfer mit der Untersuchung des Falles zu beauftragen. Durch den Rücktritt von Strerath und dessen indirektes Eingeständnis, formal nicht korrekt gehandelt zu haben, ist dieser Schritt jedoch hinfällig. Den Vorwurf bewusster Manipulation weist der 49-Jährige weiter entschieden zurück.

Offen ist, wie es jetzt beim GWA weitergeht. Der Verband muss einen neuen Jurychef für seinen Renommierwettbewerb Effie finden, hat dafür allerdings noch einige Monate Zeit. Zudem stellt sich die Frage, ob die Agentur Jung von Matt weiterhin Mitglied im Verband bleibt. Die Verantwortlichen wollen sich derzeit nicht dazu äußern. Darüber hinaus muss man sehen, welche Konsequenzen der Vorfall für Strerath persönlich und sein künftiges Auftreten hat. Er gilt als einer der profiliertesten Agenturmanager des Landes und äußert sich immer wieder zu branchenübergreifenden Themen. Mit seiner polarisierenden Art hat er sich unter Branchenkollegen allerdings nicht nur Freunde gemacht. mam
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