GPRA und BdP Verbände starten Kontaktbörse für PR-Profis

Mittwoch, 17. September 2014
GPRA-Chef Uwe A. Kohrs kämpft gegen Vorurteile
GPRA-Chef Uwe A. Kohrs kämpft gegen Vorurteile
Foto: GPRA

Die Gesellschaft Public Relations Agenturen startet mit dem Bundesverband deutscher Pressesprecher ein Hospitationsprogramm für junge Mitarbeiter. Ziel ist, mehr Verständnis für die Arbeitsweise von Unternehmenspressestellen beziehungsweise PR-Dienstleister aufzubauen, um die Zusammenarbeit beider Seiten zu verbessern.

Anlass für die Initiative, die die beiden Verbandschefs Uwe A. Kohrs (GPRA) und Jörg Schillinger (BdP) konzipiert haben, ist das offenbar fehlende Verständnis für die Arbeitsweise auf der jeweils anderen Seite, das wohl vor allem aus Unkenntnis resultiert. "Einige Mitarbeiter in Pressestellen kommen zwar ursprünglich aus Agenturen, aber viele haben direkt auf Unternehmensseite angefangen und kennen Agenturen nur als Dienstleister. Viele Agenturdienstleister kennen die Kunden nur aus dieser Perspektive. Das erschwert manchmal das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit", fasst Schillinger die Situation zusammen. Um die Zusammenarbeit zu verbessern, sollen in Zukunft junge Mitarbeiter für fünf Tage die Seiten wechseln und dabei jeweils eine klassische Arbeitswoche erleben. Der Austausch muss allerdings nicht in Gegenseitigkeit erfolgen und auch nicht in Zusammenhang mit direkten Geschäftsverhältnissen.

Bestenfalls lernen die Vertreter der Dienstleister beispielsweise zu verstehen, warum Abstimmungsprozesse von Pressemitteilungen bis zu zwei Wochen dauern können und die Sprecher unter anderem, dass das Klischee, in Agenturen würde zwar die Strategie von altgedienten Profis entwickelt, die folgende Umsetzung aber von Praktikanten erledigt, nicht der Realität entspricht - so die Hoffnung. "Es ist nicht einfach, hartnäckige Vorurteile über den Alltag des PR-Geschäfts abzubauen", sagt Kohrs.

Bis es so weit ist, haben die Initiatoren noch einige Arbeit vor sich. Bislang gibt es nur einen Entwurf für das Programm, das Kohrs und Schillinger nun den 35 GPRA-Agenturen und ihren etwa 2400 Mitarbeitern beziehungsweise 4300 im BdP organisierten Sprechern als Entwicklungsmaßnahme ans Herz legen. In dem Entwurf festgehalten sind Rahmenbedingungen der Bezahlung und Versicherung des Mitarbeiters, die während der Hospitanz weiterhin der eigentliche Arbeitgeber trägt. Zum geplanten Start der ersten Austauschwochen im November soll es dann auch eine Empfehlung für den inhaltlichen Ablauf der Hospitanzen geben.

Neben jungen Mitarbeitern müssen nun vor allem die Seniorberater bei den Agenturen und Abteilungsleiter in den Pressestellen überzeugt werden, denn sie sollen die Austauschmitarbeiter als Mentoren während der Hospitanz betreuen. Um die Schwelle möglichst niedrig zu halten, bieten die Verbände sich ihren Mitgliedern als Vermittlungsplattform an, auf der Angebot und Nachfrage gesammelt und verknüpft sowie das Feedback der Teilnehmer gebündelt und aufbereitet werden. Außerdem stellen sie den Mitarbeitern und Firmen einen Mustervertrag zur Verfügung, in dem neben arbeitsrechtlichen Fakten auch Themen wie Geheimhaltung und Konkurrenzausschluss geregelt sind. "Alle Agenturen, die wir bislang angesprochen haben, können sich eine Teilnahme an dem Programm vorstellen. Wir sind überzeugt, dass die meisten unserer Mitglieder mitmachen", schildert Kohrs erste Reaktionen von Agenturchefs. ems

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